SEO: Erfahrung mit Google Sitemaps. Neuer Liebling der Suchmaschinen-Optimierer?

-- 13.Juli 2005 (#9)

Ich habe vor zirka einem Monat angefangen, das sich in der Beta-Version befindliche Google Sitemaps auszutesten und eine Sitemap hochgeladen. Die Teilnahme an Google Sitemaps fiel unmittelbar mit der (Fast-)Fertigstellung dieses Blogs zusammen, so dass ich leider keinen direkten Vorher-Nachher-Vergleich anstellen kann.

Meine Erkenntnisse sind bislang wie folgt:


Vielleicht werden sich einige dieser Erkenntnisse im Laufe der Zeit noch festigen, besonders wenn die Seite etwas gewachsen ist. Momentan bin ich sehr erfreut über die rege Indexierung des Google-Bots und kann mir vorstellen, dass es sich bei etwas erfahreneren Webmastern bewährt oder weitere Suchmaschinen auf diesen Zug aufspringen werden. Amateur-Webmaster werden Google Sitemaps wahrscheinlich nicht mal kennen oder werden beim Erstellen der XML-basierenden Sitemaps schnell scheitern. Der Aufbau einer Sitemap überfordert einige Menschen wohl, obwohl ich es subjektiv recht einfach finde und es eine Reihe von Sitemap-Generatoren gibt, die das Erstellen weitestgehend automatisieren. Für Weblogs von WordPress gibt es sogar ein Plugin, aber ich denke dennoch, dass Hobbybastler kaum mit Google Sitemaps konfrontiert werden. Leider, so muss man sagen, fehlt auch häufig die Motivation sich in so was einzuarbeiten.

Mein Blog ist eine recht primitive Seite, jedenfalls was den Aufbau angeht. Es gibt lediglich eine Ebene, man kann meine Sitemap daher auch als „niedlich“ titulieren.
Von Google Sitemaps werden aber besonders die Seiten profitieren, die etwas komplizierter sind (bspl. CMS), die mehrere Ebenen haben und Seiten die in schlecht verlinkten Bereichen der Homepage lagern oder Seiten an die sich die Spider auf Grund von (PHP-)Parametern sonst nicht ranwagen. Mit einer Sitemap kann man Google jetzt veranlassen, explizit solche Seiten zu indizieren. Durch die Angabe der Priorität (priority) einer Seite steigt oder sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Seite bei den Suchergebnissen als Unterseite aufgelistet wird.

In Foren stehen viele Google Sitemaps sehr skeptisch gegenüber. Sie sehen darin eine Art „Honeypot“, der Suchmaschinen-Manipulierer anlocken soll oder sie sehen einfach keinen Sinn darin, da ihre Seite eh fast jeden Tag neu indexiert werden. Die Annahme ist wie folgt: Wer Google Sitemaps nutzt, der gilt als potentieller Spammer, da diese Leute natürlich eine Sitemap einreichen werden, um das Maximum aus ihren Seiten herauszubekommen.
Ich sehe darin aber keinen „Lockvogel“, denn wer keine Cloaking, Doorways etc. einsetzt, der hat auch nichts zu befürchten. Abgesehen davon ist es auch für Googles Philosophie sehr untypisch, dass „Human resources“ für die Spam-Bekämpfung eingesetzt werden. Google versucht alles so weit wie möglich zu automatisieren, auch die Spam-Filterung. Darüber hinaus könnte die Datenmenge, die es von Menschenhand zu überprüfen gelte, zu groß sein.
Wenn jemand meint, dass seine Seiten bereits gut genug vom Spider besucht würden, der muss dieses Angebot ja nicht wahrnehmen. Es ist lediglich ein zusätzlicher Dienst, der Google-Spider wird wie eh und je auch ohne Sitemaps das Internet crawlen. Mit Google Sitemaps kann man nun aber selbst den Spider Anweisungen geben, was er explizit indexieren soll. Vorher war das kaum möglich.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich dieses Experiment entwickeln wird… we will see.

Screenshot: