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Bewerbung: Standard-Absagen

-- 05.August 2006 (#67)

Jeder Mensch bekommt bei seinen Bewerbungen auch Absagen. Fast alle dieser Absagen sind Standardabsagen. Nur die wenigsten dieser Absagen können überzeugen, dass der Stellenanbieter einen Hauch von echtem Bedauern bei seiner Entscheidung hatte. Ich selbst habe natürlich eine ganze Reihe solcher 0815-Absagen bekommen, aber ich muss sagen, dass mir diese Art der Absage mittlerweile lieber ist als individuelle Kritik. Der Punkt ist der, dass bei Standardabsagen jeder weiß, dass sie keine persönliche Kritik darstellen und man sich als Bewerber deshalb auch nicht verletzt fühlen oder entzürnt über den Stellenausschreiben fluchen braucht. Wer will schon auf den Kopf hinaus gesagt bekommen, dass man ihn für zu alt, zu hässlich, zu dumm, zu selbständig oder einfach zu unqualifiziert hält? Das würde viele Bewerber bei ihrer eh schon zermürbenden Stellensuche nur noch weiter runterziehen und den Stellenanbietern würden individuelle Absagen Zeit und Geld kosten.

Eine „gute“ Standardabsage besteht daher aus folgenden Teilen:

  • Anrede

  • Sich artig für das Interesse und die zugeschickten Bewerbungsunterlagen bedanken

  • Tiefstes Bedauern darüber ausdrücken, dass man sich für einen anderen Mitbewerber entschieden hat (und sich dabei hinter dem diffusen Personalpronomen „wir“ verstecken)

  • Optional: Unterstreichen, dass man den Bewerber nicht für unqualifiziert hält

  • Darauf hinweisen, dass sich im Anhang die Bewerbungsunterlagen befinden

  • Dem Bewerber noch einen erfolgreichen Lebensweg wünschen

  • Grußformel


Ich habe meine Bewerbungs-Absagen einmal gesammelt. Sie sind fast alle so wunderbar einfallslos, dass ich sie einfach veröffentlichen muss.


Sehr geehrter Herr Niemeier,

wir danken Ihnen für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse, das Sie unserem Unternehmen entgegengebracht haben.

Nach eingehender Prüfung der eingegangenen Bewerbungen mussten wir eine Auswahl treffen, bei der sich nicht vermeiden ließ, auch Interessenten mit guten Voraussetzungen eine Absage zu erteilen. Wir bitten um Verständis, dass wir Ihnen keinen positiven Bescheid geben können.

Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und das Sie bei der weiteren Suche nach einer Ausbildungsstelle erfolgreich sind.

Mit freundlichem Gruß
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

wir danken Ihnen für das von Ihnen wahrgenommene Bewerbungsgespräch und freuen uns über das damit verbundene Interesse an einer Ausbildung in unserem Unternehmen.

Auf Grund der hohen Bewerberzahl für eine begrenzte Zahl an Ausbildungsplätzen sind wir gezwungen eine Auswahl zu treffen.

Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen heute mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung für das Jahr 2006 nicht weiter berücksichtigen werden.

Wir wünschen Ihnen für ihre weitere Suche viel Erfolg.

Ihre Bewerbungsunterlagen erhalten Sie zu Ihrer weiteren Verfügung zurück.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

vielen Dank für die Einreichung Ihrer Bewerbungensunterlagen auf die von uns ausgeschriebene Stelle.

Bei der Vielzahl von eingegangenen Bewerbungen ist uns die Auswahl nicht leicht gefallen. Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entscheiden werden. Ihre Bewerbungsunterlagen erhalten Sie auf diesem Wege zurück.

Wir danken Ihnen für das unserem Unternehmen entgegengebrachte Interesse und wünschen Ihnen für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichem Gruß
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns bezüglich der Besetzung des Ausbildungsplatzes anderweitig entschieden haben.

Ihre Bewerbungsunterlagen senden wir Ihnen hiermit zu unserer Entlastung zurück und wünschen Ihnen bei Ihrer weiteren Stellensuche viel Erfolg.

Mit besten Grüßen aus Rheine
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

wir danken Ihnen für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer Ausbildung in unserem Hause.

Leider können wir Ihnen zurzeit keine Ausbildungsstelle anbieten. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen in unserem Hause haben wir eine Entscheidung getroffen. Wir werden einem weiteren Bewerber aufgrund seiner bereits vorhandenen Vorkenntnisse den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz zusprechen.

In der Anlage erhalten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen, die Sie uns freundlicherweise überlassen haben, zu unserer Entlastung zurück.

Wir wünschen Ihnen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz viel Erfolg und verbleiben

mit freundlichem Gruß
i.A. xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und die Zeit, die Sie sich für das Vorstellungsgespräch genommen haben.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben. Dieses sollten Sie nicht als persönliche Wertung Ihrer Qualifikationen ansehen.

Wir hoffen, dass sich Ihr beruflicher Werdegang Ihren Vorstellungen entsprechend entwickelt und wünschen Ihnen alles Gute.

Anbei senden wir Ihnen Ihre Bewerbungsunterlagen zu unserer Entlastung zurück.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

ich danke Ihnen für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an einer Ausbildung bei der Universität X.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die Universität X in diesem Jahr keine weiteren Auszubildenden für den Beruf des Fachinformatikers einstellen wird.

Sofern doch noch entsprechende Ausbildungsstellen angeboten werden können, werden diese in der Wochenendausgabe der xxx Zeitung ausgeschrieben.

Anliegend erhalten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen zurück.

Für Ihren weiteren Werdegang wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrage
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

noch einmal vielen Dank für Ihre Bewerbung und das damit verbundene Interesse an unserem Unternehmen.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir uns entschieden haben keinen weiteren Auszubildenden einzustellen.

Daher senden wir Ihnen Ihre Unterlagen wieder zurück.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Kandidaten zur Durchführung des Praktikums entschieden haben.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Suche nach einer Ausbildungsstelle!

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier!

Leider kann ich Ihnen keine Zusage für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz geben, da
ich den Eindruck gewonnen habe, dass Sie nicht in unser Team passen würden. Viel Glück bei Ihren anderen Bewerbungen.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Sehr geehrter Herr Niemeier,

wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Unternehmen.

Gern hätten wir Ihnen eine positive Nachrichten gesandt, doch leider können wir Ihnen keinen Ausbildungsplatz anbieten. Unsere Wahl fiel leider auf andere Bewerber.

Wir drücken Ihnen fest die Daumen, dass Sie bei einer Ihrer nächsten Bewerbungen Erfolg haben.

Mit freundlichen Grüßen
xxx


Geschrieben von
Schuldenberater (anonym)
-- 19.Februar 2010 (#61)

Tip:Nur bis 260 Euro abschicken, den Rest schreiben aber nicht abschicken.


Geschrieben von
Sylvia (anonym)
-- 08.Mai 2007 (#5)

Es gibt immer zwei Seiten zu betrachten. Inzwischen kenne ich auch beide. Und manchmal hat man es wirklich mit "besonderen Bewerbungen" zu tun.


Geschrieben von
Tina (anonym)
-- 12.Juli 2007 (#8)

Das wird aber in nächster Zeit eher schlimmer als besser - und dafür kann man sich herzlich beim Allgemeinen Gleichstellungs-Gesetz bedanken!

Wo professionelle "Bewerber" unterwegs sind, die nicht auf Jobsuche, sondern nur auf Verstöße gegen dieses Gesetz aus sind, um drei Monatsgehälter einzuklagen, darf man sich nicht wundern, wenn sich Arbeitgeber auf den minimalen Standard zurückziehen.

Arbeitsrechtler raten Arbeitgeber zur Zeit aus diesem Grund sogar ausdrücklich davon ab, noch irgendwelche speziellen Begründungen in Absagen reinzuschreiben.

Tolles Gesetz - hilft leider denen, die wirklich einen Job suchen, nur begrenzt weiter…


Geschrieben von
Thomas (anonym)
-- 12.Mai 2007 (#6)

Ich habe mal eine Absage bekommen mit den Worten "für einen Mann mit Ihren Qualifikationen haben wir leider keine Anstellung".
Was sagt man dazu? Ganz schön frech. Mittlerweile bin ich glücklich und erfolgreich im Job und lache über sowas. Da wurde der falsche abgelehnt.


Geschrieben von
Daniela W (anonym)
-- 20.August 2007 (#9)

Ich bin seit Kurzem in der Personalebteilung tätig und muss sagen, dass manches Mitleid nicht immer nur geheuchelt ist.
Wenn man 20 jungen Menschen für eine Azubi-Stelle absagen muss, die man selbst kennengelernt hat, dann tut einem das schon in gewisser Hinsicht leid.
Und bei 20 Absagen-…sorry, es ist leider nicht die einzige Stelle, die ausgeschrieben ist…-kann ich mir nicht für jede Absage eine halbe Stunde Zeit nehmen um sie noch super individuell gestalten zu können. Ich würde es gerne tun, weil: wie gesagt, möchte ich den Bewerbern ja nichts böses und würde ihnen gerne Tipps geben um evtl. Fehler nicht zweimal zu machen. Aber das AGG behindert dabei und der Aufwand ist nicht gerechtfertigt.
Nur mal so, auch von der anderen Seite.


Geschrieben von
fauler sack (anonym)
-- 18.September 2007 (#12)

SEI SCHLAU WERD DUMM!!!
ARBEIT IST SCHEIßE! SCHEIßEN IST ARBEIT!

im diesen sinne…


Geschrieben von
Marko (anonym)
-- 02.März 2007 (#3)

Ja, das mit den Standardabsagen ist schon eine traurige Geschichte!
Da gibt man sich richtig mühe und bekommt so einen Rotz zurück!


Geschrieben von
Nick (anonym)
-- 24.Mai 2008 (#22)

Nett:)
Ich hatte mal ein Praktikum in der Personalabteilung gemacht. Da fand ich es viel spannender, was da tatsaechlich an Bewerbungen eingeschickt wurde: Briefe mit falscher Anrede, unmoeglicher Rechtschreibung, faktischen Fehlern und z.T. auch ohne Mappe. Das war super unterhaltsam!


Geschrieben von
Mario Gaida (anonym)
-- 06.Januar 2009 (#51)

Ich kenne auch beide Seiten… aktuell bearbeite ich die Bewerbungen auf zwei Ausbildungsstellen hier im Unternehmen ;-)

ich kann die Enttäuschung über Standard-Absagen nachvollziehen, allerdings sehe ich mich nicht in der Verantwortung, meine Entscheidungen individuell zu begründen (das tu ich vor meinem Chef).

Wer sich wirklich wirklich sicher ist, dass die Bewerbung fehlerfrei ist, alle erforderlichen Details enthält, und sich deshalb keiner Schuld bewusst ist, sollte sich damit abfinden, dass ein Grund vorliegt, der vom Bewerber nicht/kaum beeinflusst werden kann. Dazu zählen unternehmensspezifische interne Anforderungen, Neigungen der Personalentscheider, zeitliche Entscheidungen etc. - alles Dinge, die bei der nächsten Bewerbung nicht weiterhelfen, denn jedes Unternehmen ist anders.

Bestes Beispiel: Wenn im Stellenprofil gute Schulnoten in Mathe, Deutsch und Englisch gefordert sind, und die Bewerber dort ein "ausreichend" vorweisen,… dann ist der Drops zu 90% schon im Vorfeld gelutscht. Die 10% Spielraum sind aber vorhanden - dann muss bei den Hobbies und Interessen aber alles auf eine spezielle Begabung in dem Job hinweisen.

Aus Erfahrung die absolut wichtigsten Dinge als Tipp für euch alle:
- KEINE Rechtschreibfehler! Alte/neue Rechtschreibung ist hierbei egal, hauptsache keine Fehler, die offensichtlich sind.
- Vollständige Unterlagen! Foto dabei? Bloß nicht vergessen!

Hope this helps


Geschrieben von
Volker (anonym)
-- 20.Juni 2007 (#7)

Wichtig ist - wie eingangs erwähnt - eine Standardabsage auch als Standardabsage und nicht als persönlichen Angriff zu verstehen.
So wird das Selbstwertgefühl geschützt und man behält die seelische Kraft für weitere Bewerbungen.

Und klar ist: Eine "gute" Absage greift die Bewerberin / den Bewerber nicht an und nimmt nicht den Mut für weitere Bewerbungen.

Doch wenn wir ehrlich sind: Auch hiermit wird man den Bewerbern in der jetzigen angespannten Arbeitsmarktlage kaum gerecht.

Daher: Seien wir dankbar für Standardabsagen.


Geschrieben von
Daniel (anonym)
-- 03.Mai 2008 (#20)

Ich verstehe natürlich die Gründe, die gegen eine persönliche Absage sprechen- andererseits bin ich schon der Meinung, dass dies eben zum Job gehört wenn man in einer Personalabteilung arbeitet. Ich persönlich stecke sehr viel Mühe und Zeit in ein Bewerbungsschreiben und diese Leute erwarten das ja auch- zurecht. Und wenn ich dann nichts als "Vielen Dank für Ihr Interesse, aber wir haben uns für einen passenderen Bewerber entschieden. Viel Erfolg auch weiterhin" bekomme fühle ich mich schon ein bisschen verarscht. Und das wiederum ist doch schlechte PR für das Unternehmen!
Zu persönliche Absagen sind mir allerdings auch peinlich. Ich denke man kann auch mit Stadardformeln eine Absage durchaus persönlich gestalten (ich finde "wir drücken Ihnen ganz fest die Daumen" auch süß!) und ein bisschen kreativ sein, also zumindest vermitteln ob man mich für unqualifiziert bzw. generell verblödet hält oder ob ich tatsächlich eine Chance hatte etc.

Ich schreibe auch gerade eine Bewerbung nach der anderen und JEDE Absage ist eine schwere Prüfung für mein übergroßes Ego- und dabei bin ich noch froh, wenn man mich nicht einfach ignoriert. Warum muss ich mich überhaupt bewerben? Wissen diese Firmen denn nicht, dass ich ein Genie bin und nur ich allein sie retten kann? Jedenfalls baut es mich auf zu sehen, dass es anderen auch so geht.

PS: Es gab mal so eine Kunstaktion, da wurden den Unternehmen Standardabsagen geschickt. Das ging dann ungefähr so: "Ich habe Ihr Interesse an einem Bewerber mit großem Wohlwollen gelesen, muss Ihnen aber leider mitteilen dass Ihre Firma nicht ganz zu meinen Qualifikationen passt. Ich wünsche Ihnen aber noch viel Erfolg für Ihre weitere Suche…"


Geschrieben von
Thomas (anonym)
-- 22.März 2008 (#18)

Ich wäre glücklicher darüber eine individuelle Absage zu erhalten. Die schmerzt vielleicht ein bisschen mehr, zeigt dir aber auf woran es genau lag. Das könnte dir für zukünftige Bewerbungen helfen.

Anderseits verstehe ich die Firmen auch wenn sie Standartabsagen verschicken. Sie wollen sich auch nicht mehr Arbeit aufladen von der sie nichts haben.


Geschrieben von
Dirk (anonym)
-- 04.Oktober 2007 (#13)

suche gerade auch und die letzte aussage kann ich nur bestätigen


Geschrieben von
Michael (anonym)
-- 28.Mai 2009 (#54)

Die Sache ist, dass ein Unternehmen jemandem nie sagt, warum er abgesagt wurde. Denn das Unternehmen hält diese Leute für Versager und so dumm, dass sie von ihren eigenen Fehlern nichts lernen.
Ein guter Bewerber (geschlechtsneutral gemeint) ist jemand, der kein Bewerbungsexperte ist, da er sich höchstens fünfmal bewirbt, von diesen fünf Bewerbungen mindestens zwei Einladungen bekommt und am Ende den Job kriegt.
Dies ist bei vielen meinen Freunden der Fall gewesen. Ich persönlich habe mich mehr als fünf Mal beworben, etwa an 30 unterschiedliche Stellen, von vier habe ich Einladungen bekommen, diese vier Einladungen sind alle mit Standard-Absagen resultiert.


Geschrieben von
Christian Strobell (anonym)
-- 19.Februar 2010 (#62)

Habe auch schon einige Absagen bekommen. Aber meine letzte war echt persönlich. Hatte mich beim Laden Perücken Berlin beworben und der Chef ist persönlich vorbei gekommen und hat mir die traurige Nachricht überbracht. Fand das einfach gut, weil das zeigt einen gewissen Respekt vor dem Bewerber.


Geschrieben von
Sebastian (anonym)
-- 28.Mai 2008 (#23)

In der ersten Absage ist ein Schreibfehler:

Wir bitten um Verständis, dass wir Ihnen keinen positiven Bescheid geben können.

Hier fehlt ein N bei Verständnis


Geschrieben von
XP (anonym)
-- 02.Dezember 2009 (#58)

An diejenigen, die Personalern die Entscheidungsgewalt neiden:

Glaubt Ihr wirklich, dass "der Personaler" die Entscheidungen zu Gunsten oder Ungunsten einer Fachkraft alleine trifft? In den meisten Fällen gehen die Bewerbungen - die aufwändigen ebenso wie die lieblosen - durch mehrere Hände und wenn ich einen Ingenieur suche, dann treffe nicht ich die Vorauswahl sondern mindestens eine Fachkraft. Meistens liege ich mit meinem Bauchgefühl richtig, weil einfach die Zeugnisse stimmig sind - selten nicht.

Der Arbeitsmarkt ist im Moment so eng, dass sich viele Menschen mit "ich lerne schnell" auf eine Stelle bewerben, deren Qualifikation sie nicht haben - dagegen stehen andere, die die Qualifikation schwarz auf weiß nachweisen: Unser Unternehmen hingegen ist unter Zeitdruck, also wähle ich die Person, die die Qualifikation hat und gleich mit anpacken kann.

Wenn es um Fachkräfte geht ist jemand, der/die gute Zeugnisse vorweisen kann fast immer überlegen - unabhängig davon wie viel Mühe jemand mit durchschnittlichen Zeugnissen auf das Anschreiben verwendet. Ein gutes Zeugnis zeigt ja nicht nur, dass jemand im Fach XY gut war: Es zeigt, dass jemand *kontinuierlich* den *jeweiligen* Anforderungen genügt. Bei mehreren guten Leuten entscheidet dann auch die Chemie, weil die Person ins Team passen sollte. Was sonst sollte ich also bei einer Absage schreiben als dass jemand anderes besser ins Profil passte? Eine Standard-Absage kann auch ehrlich sein.


Geschrieben von
Andy (anonym)
-- 03.November 2007 (#14)

Wenn DU auf der anderen Seite sitzen würdest - was machst Du dann?? Jedem der 100 Bewerber einen persönlichen Brief schreiben??
Glaube ich ehrlich gesagt nicht!


Geschrieben von
Michael (anonym)
-- 16.Mai 2008 (#21)

Naja nicht persönlich nehmen weiter am ball bleiben, dann wird das schon. Versuch dich von der Masse abzuheben und schicke keine 0815 Bewerbungen raus, dann wird das schon…


Geschrieben von
punkgirl (anonym)
-- 18.Juli 2008 (#24)

die beste aller absagen hab ich bekommen.. ganz unten steht geschrieben"F:\Ofiice\…\Vorlagen\Absagen.doc…also vorlage geöffnet, namen geändert und abgeschickt….


Geschrieben von
habercrombie (anonym)
-- 10.März 2009 (#52)

mmhh - ich lege jeder Absage eine kleine Tüte Gummibärchen dazu -- denn mir tut jede Absage einerseits "leid" - aber andererseits: das Leben ist kein Ponyhof, wir haben nur eine Stelle, wir können nicht jeden kennenlernen - und ICH kann nicht jede Bewerbung persönlich beantworten.


Geschrieben von
MK (anonym)
-- 27.Mai 2009 (#53)

Ich kenne auch beide Seiten und war nun gerade auf der Suche nach einem geeigneten Bewerber für eine offene Stelle.

Absagen zu begründen ist grundsätzlich eine schlechte Idee. Man setzt sich selbst damit in die Defensive und die Erklärungsnot beginnt.

So viel an diesem Punkt: Eine Absage macht sich niemand einfach, da wird auch bei durchschnittlichen Kandidaten hin und her diskutiert bis der Kopf raucht.

Was dann aber eben nicht die Tür öffnet für Diskussionen seitens des Bewerbers. Wenn cih und meine Kollegen NACH dem Gespräch den Eindruck haben, zB die Fertigketien reichen nicht aus, werde ich das nicht noch diskutieren.

Noch viel schwieriger wäre die Diskussion wenn man zB den Eindruck hat, "es passt einfach nicht" oder "der war komisch".

Also: Standardabsage und gut.


Geschrieben von
Nikolas (anonym)
-- 24.Juli 2008 (#25)

Leute, was ist denn das für ein egomanisches Geheule?

Auch das Arbeitsmarkt-Spiel hat Regeln. Also, Mensch, ärgere dich nicht! Nur einer kriegt die Schloßallee. Und gelegentlich mußt du eben auch mal "zurück nach Los". Muß man sich deswegen so echauffieren? Neues Spiel, neues Glück.

Lasst doch die Personalfuzzis schreiben was sie wollen. Die haben ihren Streß. Du hast deinen. So kriegen alle graue Haare - hüben wie drüben - und keiner ist glücklich. Ist das nicht toll?

Mit friedlichem Grinsen,


Geschrieben von
Me (anonym)
-- 29.August 2006 (#2)

Habe mal fuer eine Immobilienfirma gearbeitet und musste eine Garage raeumen, in der sich noch viele Kisten einer anderen Firma befanden. Darin waren ordnerweise Bewerbungen. Habe mir mal die Absagen durchgelesen mit den roten, internen Vermerken, warum der Bewerber abgelehnt wurde:

Es gab nur 2, in Worten ZWEI Gruende: 1. ZU TEUER 2. ZU ALT


Geschrieben von
Locutus (anonym)
-- 22.August 2008 (#32)

Hatte gerade mein erstes Vorstellungsgespräch seit 4 Jahren und auch gleich eine mündliche zusage. Sobald ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, bekommen die anderen Firmen eine Absage von mir! Hab mir natürlich das beste von oben zusammengesucht und angepasst. Ihr glaubt gar nicht wie viel Spaß sowas macht. Bin mal gespannt ob sich von den anderen Firmen noch jemand meldet und mir noch ein besseres Angebot macht.


Geschrieben von
Luftgucker (anonym)
-- 02.Februar 2008 (#17)

Ich würde auch noch einmal nachhaken, nur dadurch kann
man seine Fehler finden und beim nächsten Mal besser machen.


Geschrieben von
Knutsen (anonym)
-- 17.August 2006 (#1)

Die letzte finde ich fast schon niedlich. :) "Wir drücken Ihnen ganz fest die Daumen…"

Ansonsten bewerbe ich mich auch gerade fleißig und habe auch mit Absagen zu kämpfen. Eine Gemeinsamkeit in allen Absagen ist die schöne Formel "Andere Bewerber haben besser in unser Profil gepasst". Gemeinheit! ;)


Geschrieben von
Michael Rosch (anonym)
-- 04.September 2007 (#11)

Nerven behalten und nicht persönlich nehmen. Da es ein Überangebot an Bewerbern pro Stelle gibt wird ganz einfach standardisiert.


Geschrieben von
Timur (anonym)
-- 13.April 2007 (#4)

Was erwartet Ihr denn? Das ich jeder Absage einen Gutschein Beilege und ein benutztes Taschentuch zum Beweis meiner Tränen? Jemand bewirbt sich und passt nicht / ist zu teuer / unter oder überqualifiziert. dann schreibe ich demjenigen das und feierabend…


Geschrieben von
BBKing (anonym)
-- 25.Juli 2009 (#55)

Ich studiere Maschinenbau und denke mir bei jeder Absage zu einem Fachpraktikum warum Personaler eine so hohe Entscheidungsgewalt haben, obwohl sie KEINE Ahnung haben was man als Ingenieur so tut, das regt mich etwas auf. Die Standardabsagen find ich schon ok. Wenn ich mir denke, dass ein Gespräch gut gelaufen ist, dann ruf ich da an und frag nach, aber ehrlich gesagt kommt es mir so vor, dass man dann auch keine ehrliche Antwort bekommt. Gerade beim Gespräch wäre es schon wichtig zu wissen was man falsch gemacht hat.

Mein Tipp: Nich normal bewerben, immer erst vorher anrufen ob es sich überhaupt noch lohnt und am Besten mit jemandem aus der Fachabteilung reden, die können sich auch über die Personaler hinwegsetzen wenn sie denken dass da Potential is (vielleicht auch trotz einem Rechtschreibfehler oder einer schlechten Note in Religion… ;-)


Geschrieben von
KG (anonym)
-- 11.August 2009 (#56)

Schon interessant was ihr über die Personalfuzzies denkt. Als ob wir nur Absagen schreiben würden, man hat auch andere Aufgabe zu tun. Man kann nicht für jeden eine Absage schreiben wieso, weshalb, warum… man hat gar nicht die Zeit dazu, außerdem wie oben geschrieben das tolle Gesetz, dann schreibt man warum und irgendwer klagt sich ein, das geht schneller als man denkt.
Da das Arbeitsamt den Arbeitslosen vorschreibt, dass sie sich bewerben sollen, bekommt man schon tolle Bewerbungen, ohne Foto, ohne Mappe, mit Rechtschreibfehlern, ohne Zeugnisse. Viele wollen nur eine Absage damit sie das Geld vom Arbeitsamt wieder bekommen.
Natürlich gibt es auch die andere Seite…aber man kann es nicht allen Recht machen. Also sollte man sich mit einer Standartabsage zufrieden geben und nicht auch noch hinterher telefonieren um den Grund rauszukriegen.


Geschrieben von
Frank Maschmeier (anonym)
-- 12.Januar 2010 (#59)

Hallo,

aufgrund der Gesetzeslage wird es schriftlich bei den Standardformeln bleiben.
Mein Tipp: Anrufen und nach den Gründen Fragen. Ich habe damit sher gute Erfahrungen gemacht…


Geschrieben von
Mike (anonym)
-- 29.September 2009 (#57)

Die vorletzte ist doch superehrlich. Was willst Du mehr?


Geschrieben von
thomas248 (anonym)
-- 20.August 2007 (#10)


Was soll das ?
Habt Ihr mal eine Stelle ausgeschrieben und Euch durch bis zu 100 Bewerbungen gearbeitet. Klar das ist ein Job, aber eben ein Scheiss Job. Und dann soll man jedem noch einen halben Roman schreiben.
Und schreibt man zuviel, wird einem daraus noch ein Strick gedreht.
Was soll also das Geheule ? Klar der Arbeitsmarkt ist für viele nicht Ideal, aber was soll der "Personalfritze" daran ändern ?
Wenn Ihr nette Briefe wollt, dann schreibt Euren Freunden.
Ich wäre für ehrliche Absagen:
Tschuldigung,
Sie sind zu spät dran
Sie sind zu alt
Sie sind zu fett
Sie haben nichts gelernt
oder einfach nur
Tschuldigung, aber ich kann die Stelle eben nur einmal vergeben


Geschrieben von
Casinus (anonym)
-- 03.Dezember 2007 (#16)

Naja, wer es wirklich wissen möchte, der kann ja anrufen. Ich finde eine neutrale Absage absolut in Ordnung. Allerdings macht es machmal Sinn nachzuhacken und herauszufinden woran es gelegen hat. Manche Dinge kann man schließlich abstellen oder sich in eine andere Richtung orientieren, z.B. Teller waschen.


Geschrieben von
Hartz 4 Empfänger (anonym)
-- 19.Februar 2010 (#60)

Die Arge verlangt 8 Bewerbungen pro Monat, bezahlt für jede 5 Euro, aber maximal im Jahr nur 260 Euro !!!

8*5=40
40*12=480
480-260=220

Wer bezahlt mir die 220 Euro ???


Geschrieben von
Chef (anonym)
-- 08.März 2010 (#63)

Hi, ums nochmal aus Sicht eines Personalers zu sagen. Wenn wir eine feste Stelle ausschreiben, landen binnen kurzem zwischen 50-70, manchmal 100 Bewerbungen auf meinem Tisch bzw. auf meinem Rechner, da wir nur email-Bewerbung fordern. Davon ist ca. 30% Schrott, das kann man kaum anders sagen, Leute die nicht annähernd die erforderliche Qualifikation mitbringen, drei Rechtschreibfehler im Anschreiben haben oder wo man sich fragt, ob sie sich überhaupt mal kurz mit der Firma und der Tätigkeit beschäftigt haben. Die bekommen u.U. nicht mal ne Absage, sag ich ganz klar. Danach kommen 30% die ordentliche Bewerbungen einreichen, aber aus anderen Gründen nicht in Frage kommen. Fehlende Schlüsselqualifiaktion für die spezielle Stelle (z.B. kein fließendes Englisch, wir arbeiten international), zu hohe Gehaltsvorstellungen o.ä. Die bekommen eine Standardabsage, normalerweise mit ganz kurzem Vermerk was nicht stimmte ("…da ihre Gehaltsvorstellungen leider nicht in unser Lohngefüge passen".)

Und sorry, das sind Leute von denen hab ich einmal ne Email bekommen, da tu ich nicht so, als würd ich die kennen und saug mir persönliche Gründe aus den Fingern, wär auch verlogen.

Dann kommen 30% mit denen man sich näher beschäftigt, die werden nochmal kontaktiert, meist per Telefon, wenn da dann was nicht passt, gibt es manchmal direkt die Info am Telefon (für mich auch nicht angenehm), sonst nach Rücksprache meist per Email, etwas ausführlicher als die Standardabsage. Manchmal sagt natürlich auch ein Bewerber ab, der inzwischen was anderes gefunden hat, kommt ja auch vor und der erklärt mir dann auch nicht stundenlang am Telefon warum er den anderen Job geiler findet, als den bei uns (meistens ist es Geld, plain fact).

Am Ende stehen 5-6 Bewerber, die persönlich eingeladen werden. Die werden dann von der Fachabteilung eingeladen, sprechen mit dem Team usw und so fort. Meistens stellt sich dabei raus (wenn wir vorher unseren Job gut gemacht haben), dass man von denen mindestens 3 einstellen könnte. Und dann wird’s halt schwierig, denn es gibt halt nur EINE Stelle… Die Entscheidung hängt dann meist von Nuancen ab, oft vom "Bauchgefühl" oder einer hat 2 Monate Praktikum mehr (was total furz ist, aber irgendwie muss man entscheiden) -sowas DARF ich aber natürlich auf KEINEN FALL hinterher dem Bewerber mitteilen, da komm ich in Teufels Küche. Z.T. kriegt man von der Rechtsabteilung sogar Absagen vorgegeben und MUSS die verwenden (hab ich auch schon erlebt), damit ja keiner wegen Diskriminierung oder sonstwas klagen kann.

"Och, sie waren ja genausogut, aber der andere war sympathischer". Also versteckt man das hinter Floskeln und zwar per Email, denn angnehm ist mir so ein Rumgeeier ja auch nicht, ich würd auch zwei oder drei einstellen, hätt ich die Mittel. Hab ich aber nicht.

Fazit:
Wenn außer Eingang der Bewerbung kein Kontakt zum Unternehmen bestand, gibt es Standardabsagen, was anderes geht auch gar nicht. Bei Telefoninterview erfährt man eigentlich am meisten. Wer zum Gespräch eingeladen wird, kann sich eigentlich sicher sein, dass es fachlich stimmt bei ihm, es kann halt einen geben, der etwas besser ist oder irgendwie an dem Tag besser rüber kommt. Dann gibt’s aber meist nur Floskeln als Absage, sollte man aber nicht persönlich nehmen.


Tipp:
Immerimmerimmer nach dem schicken der Bewerbung bei der Firma anrufen, wenn die es nicht ausdrücklich untersagen, dieser erste Kontakt entscheidet häufig schon, ob man zu den 30% gehört, deren Bewerbung überhaupt näher geprüft wird. Ist so. Und evtl. erfahrt ihr sonst am Telefon schon woran es mangelt.



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