Ausbildung: Wo finde ich Stellenangebote?

-- 28.Juli 2006 (#65)

In meiner Bewerbungsphase war ich eine Zeit lang verzweifelt auf der Suche nach Stellenangeboten. Viele Stellenangebote des Arbeitsamtes sagten mir nicht so ganz zu, leider musste ich aber feststellen, dass man um die Arbeitsagentur letztlich nur schwerlich herumkommt. Dennoch beschreibe ich hier die vielleicht ein oder andere Alternative.

Bundesagentur für Arbeit (Arbeitsamt)

Die Bundesagentur für Arbeit (ehem. Arbeitsamt) ist sicher die ungeschlagene Nummer Eins, um an Adressen von offenen Ausbildungsstellen zu kommen. Die Arbeitsagentur hat die größte Datenbank, nur leider ist die Internet-Suchmaske extrem bescheiden. Ich könnte mich lange über die Unzulänglichkeiten dieser Internet-Suche aufregen, denn sie hat mir schon einige Nerven gekostet. Zunächst einmal wäre da die fehlende Möglichkeit, Stellenanzeigen zu bookmarken, außerdem entsteht ein völligs Durcheinander und es werden die falschen Seiten geöffnet, wenn man vergeblich versucht, mehrere Stellenanzeigen parallel zu öffnen, zuletzt ist auch der Zwangsrausschmiss sehr nervig, wenn man 10 Minuten nicht aktiv war. Wie kann man so ein Stück Software auf die Leute loslassen?
Positiv zu erwähnen ist, dass die Internetsuche des Arbeitsamts (ich bleibe aus Gewohnheit bei der alten Bezeichnung) eine brauchbare Umkreissuche und eine Volltextsuche mit Wildcard (also dem Platzhalter „*“) hat. Damit kann man recht genau die für sich relevanten Stellenanzeigen finden.

Stellenanzeige bei der Bundesagentur für Arbeit aufgeben

Bei der BA gibt es die Möglichkeit, als Bewerber selbst eine Stellenanzeige zu schalten. Man registriert sich und muss dann etwas warten, bis man ein Kennwort per Post zugeschickt bekommt. Ich nehme an, das dadurch vermieden werden soll, das anonyme Scherzbolde diesen Stellenmarkt unbrauchbar machen.
Ich habe mich registriert, war aber leider enttäuscht, darin nicht den Stein der Weisen gefunden zu haben. Man kann Bewerberprofile anlegen und dort seine Fähigkeiten mit Benotung hinzufügen. Darüber hinaus muss man natürlich den oder die anzustrebenden Beruf(e) angeben, ob man bereit ist längere Wege zur Arbeitsstelle zu fahren usw. Dazu kann man einen Umkreis angeben, in der die Stelle zu liegen hat und man hat ein wenig Speicherplatz, um seine Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse etc.) anzufügen.
Ich hatte mir ja nicht viel Erfolg mit dieser Anzeige erwartet, aber die Resonanz war unterirdisch. Innerhalb von 3 Monaten wurde mein Profil nur 13 Mal aufgerufen. Da diese Anzeige kostenlos ist, ist das zu verschmerzen, aber Hoffnungen sollte man sich damit nicht machen. Die Anzeige lohnt sich fast nur, um über das Bewerberprofil automatisch die Stellenanzeigen anzuzeigen, ohne jedesmal die Suchmaske neu ausfüllen zu müssen.

Diverse Jobbörsen (monster.de, rekruter.de)

Es gibt einen ganzen Sack voll kleiner und großer Jobbörsen, aber keine davon ist für die Ausbildungssuche brauchbar. monster.de führt, obgleich sehr namhaft, kaum Ausbildungsangebote. So gut wie alle dieser Jobbörsen haben bundesweit vielleicht 20 Stellenanzeigen, die wahrscheinlich auch noch veraltet sind – wer braucht so etwas? Zudem sind die Suchoptionen häufig mangelhaft. Was soll ich mit der Sortierung nach Postleitzahlen oder Bundesländern, wenn ich in einem Grenzgebiet wohne? Wieso sind die Angebote in verschiedene Kategorien unterteilt und weshalb kann ich nicht einfach eine Umkreissuche machen?
Einzig die Jobbörsen, die sich auf den Datenbestand der Arbeitsagentur stützen (z.B. meinestadt.de), sind brauchbar, aber letztlich kommt man dadurch natürlich nicht an mehr Stellenangebote, als direkt bei arbeitsagentur.de.

Lehrstellenbörse der IHK

Einige IHKs bieten eine Lehrstellenbörse an. Für meinen Ausbildungsberuf wurden bei der IHK Osnabrück aber nur 2 Stellen aufgelistet.

Initiativbewerbungen

Von Initiativbewerbungen würde ich Abstand nehmen, weil sie extrem kostspielig sind (die Chance seine Unterlagen unversehrt zurückzubekommen, sind bei Initiativbewerbungen sehr gering). Dennoch ist klar: Ein großer Teil der Firmen bekommt so viele Initiativbewerbungen, dass sie ihre Stellen am Arbeitsamt vorbei besetzen (zirka 33% der Firmen melden ihre Stellen nicht bei der Arbeitsagentur). Deshalb würde ich es etwas modifizieren und zunächst E-Mail-Adressen von Firmen sammeln, die für mich in Frage kommen. Manche IHKs haben ein Branchenverzeichnis oder Lehrstellenatlas, auch auf den Internetseiten von Städten gibt es manchmal Branchenverzeichnisse. Wenn die E-Mail-Adressen gesammelt sind, kann man einfach erstmal ganz unverbindlich per Mail nachfragen, ob überhaupt Bedarf nach einem Auszubildenden besteht. Um später nicht nochmal nachfragen zu müssen, fragt man auch gleich nach freien Praktikumsstellen. Auch durch Pratika kann man zu einer Ausbildung gelangen. Dies spart erheblich Zeit und vor allen Dingen Geld.
Ich habe ungefähr 50 E-Mails verschickt. Bei einer Firma gab es ein Angebot zu einem Trainee-Programm, 3 stellten ein Praktikum in Aussicht und nur einer bat mich, mir meine Bewerbungsunterlagen zu schicken. Die Ausbeute war also sehr dürftig, hat mir auf der anderen Seite aber eine Menge Geld erspart.

Lokale Stellenanzeigen in der Zeitung

Eine weitere Möglichkeit an Stellenanzeigen zu kommen ist wohl das Lokalblättchen. Hier bei mir gibt es zwei relevante Zeitungen, und zwar die Westfälischen Nachrichten (westline) und die Neue Osnabrücker Zeitung. Beide haben einen Online-Stellenmarkt. Die Chance in solchen Online-Stellenmärkten von Zeitungen was zu finden ist zwar auch sehr gering, aber durch den Ortsbezug auf jeden Fall interessiert.

AStA an FH und Uni

Die Seiten des Allgemeinen Studierendenausschusses von FHs und Unis haben häufig auch eine Art Schwarzes Brett, wo Studis Wohnungen finden können. Unter Umständen sind dort auch kleinere Stellenanzeigen für Studentenjobs zu finden. Wenn man Glück hat, findet sich dort evtl. auch ein Ausbildungsstellenangebot. Ich habe mich dahingehend aber nicht schlau gemacht und denke auch, dass die Chance sehr gering ist.


Abgesehen davon sollte man sich natürlich in seinem Bekanntenkreis umhören. Vieles geht (leider) über Vitamin B(=eziehungen).