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Tipps zur E-Mail-Bewerbung

-- 28.Juli 2006 (#63)

Ich habe 27 Bewerbungen geschrieben, aber nur 4 davon waren E-Mail-Bewerbungen. 2 der E-Mail-Bewerbungen wurden nicht mal beantwortet, obwohl diese Art der Bewerbung in der Stellenanzeige eindeutig zur Option gestellt wurde. Tja, und das Ganze bezog sich auf eine Ausbildung zum Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung, also einer Branche, von der man den Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln als gegeben annimmt. Die E-Mail-Bewerbung scheint sich also noch nicht ganz rumgesprochen zu haben, obwohl es einige Vorteile bietet:

  • Es ist schnell und zeitnah,

  • Es ist günstig,

  • und man muss keine Bedenken wegen Eselsohren, Flecken etc. haben.


Es gibt aber auch Positives zum Medium E-Mail zu vermelden: Die Kommunikation bzgl. der Vorstellungsgespräche etc. klappt bei fast allen Firmen schnell und problemlos.

Das ist also der Status Quo. Daher würde ich auch abraten, auf eigene Initiative eine E-Mail-Bewerbung zu verschicken. Wenn man sich dennoch per E-Mail bewirbt, sollte man sich allerdings auch nicht zu Schuldrigkeiten verleiten lassen, denn die Anforderungen an eine E-Mail-Bewerbung sind genauso hoch wie die an eine Bewerbungsmappe. Leider gibt es für die E-Mail-Bewerbung noch keine gescheiten Richtlinien, deshalb hat man viele Freiheiten und kann aber auch viel falsch machen. Ich habe bei meiner Suche zu diesem Thema nur vage Ratschläge gelesen, teilweise widersprechen sich die Ratgeber auch in einigen Punkten. Da ich die Möglichkeit hatte mich mit einem Arbeitgeber, bei dem ich mich beworben hatte, darüber zu unterhalten, möchte ich nun meine ganz eigenen Erfahrungen los werden:


  • E-Mail-Bewerbung nur wenn erwünscht
    Man sollte sich nur per E-Mail bewerben, wenn es in der Anzeige ausdrücklich angeboten wird oder in Rücksprache mit der Firma ausgemacht wurde.

  • Dateiformat: PDF
    PDF ist das Dateiformat der Stunde, denn es hat sich bei fast allen Firmen etabliert. Häufig wird auch Microsoft-DOC verwendet, wovon aber nur abzuraten ist, da viele Personalleiter DOC-Dateien aus Sicherheitsgründen nicht öffnen können oder wollen. Außerdem können Inkompatibilitäten zwischen den MS-Office-Versionen auftreten, wodurch die Darstellung der Anhänge beim Bewerber und der Firma abweichen können. Ein ganz großes Problem bekommt man aber, wenn eine Firma nicht einmal MS Office benutzt. Um PDF-Dateien zu erzeugen gibt es eine Vielzahl von Tools zur Konvertierung, OpenOffice.org bietet sogar von Haus aus den PDF-Export der Dokumente an.

  • Betreff
    Der Betreff sollte im Grunde genommen genauso gewählt werden wie bei der Bewerbungsmappe. Bedeutet: Worum bewerbe ich mich und wo bin ich auf die Stelle aufmerksam geworden?

  • Plain Text statt HTML-Mails
    HTML-Mails bieten die Möglichkeit, die E-Mail-Bewerbung optisch aufzuwerten. Leider unterstützen nicht alle E-Mail-Programme HTML-Mails oder HTML-Mails wurden deaktiviert. Zudem steigern HTML-Mails die Größe empfindlich. Deshalb sollte man nichts anderes als reine Text-Mails verwenden.

  • Was kommt in die E-Mail?
    In die E-Mail selbst kommt das Anschreiben. Darüber hinaus wird das Anschreiben aber auch nochmal als PDF angehängt. Wenig sinnvoll ist es, in die E-Mail nur „Siehe Anlagen“ o.ä. zu schreiben. Bei der E-Mail ist zudem genauso auf Rechtschreib- und Grammatikfehler zu achten, wie bei der Bewerbungsmappe.

  • Was kommt in den Anhang?
    In den Anhang kommt alles, was auch bei der Bewerbungsmappe in den Anhang kommt. Das bedeutet also Lebenslauf (inkl. Lichtbild) und Zeugnis(se). Das Bewerbungsbild sollte nicht seperat angehängt werden, sondern direkt auf den Lebenslauf. Außerdem sollte auch das Anschreiben nochmal als PDF angehängt werden.

  • Sinnvolle Dateinamen
    lebenslauf.pdf und anschreiben.pdf sind wenig sinnvoll. In einer Firma trifft eine ganz Flut von Bewerbungen ein, sodass solche unglücklich gewählten Dateinamen entweder schnell untergehen oder aber dem Personalleiter zusätzliche Mehrarbeit für die Umbenennung aufbürden. Daher sollte man seinen Vor- und Zunamen vor den Dateien anhängen, so ergibt sich beispielsweise dirk_niemeier_lebenslauf.pdf und dirk_niemeier_anschreiben.pdf.

  • Maximale Größe der E-Mail
    Die maximale Größe der E-Mail sollte 1 MB sein. Einige kostenlose E-Mail-Provider verweigern den Versand/Empfang von größeren E-Mails von vornherein.

  • Seriöse E-Mail-Adresse verwenden
    Für die E-Mail-Bewerbung sollte man sich eine seriöse Adresse zulegen. Am besten ist es, wenn sie den Vor- und Nachnamen beinhaltet. Als Student kann man auch seine Uni- oder FH-Adresse verwenden. Peinliche Pseudonyme kommen bei Personalleitern weniger gut an. Anrüchige E-Mail-Adressen könnten außerdem vom Spamfilter aussortiert werden.

  • Keine Werbung
    Viele kostenlose E-Mail-Provider fügen an das Ende einer Mail einen Werbetext an. Ideal wäre es, eine werbefreie E-Mail-Adresse zu verwenden.

  • Maximale Satzlänge
    Als Konsens hat sich die Satzlänge von maximal 72 Zeichen etabliert. Manche Firmen verwenden keine Begrenzung, das ist kein Problem. Problematisch wird es nur, wenn weniger als 72 Zeichen eingestellt wurden, weil sich dann wegen der Zeilenumbrüche ein Fransenteppich bildet. Daher sollte man etwas weniger als 72 Zeichen in seinem E-Mail-Programm einstellen. Um den ausgefransten rechten Rand etwas einzuschränken, sollte man zudem von der Silbentrennung Gebrauch machen.

  • Unterschrift
    Die Unterschrift sollte man einscannen und als Bild in das Anschreiben und den Lebenslauf einfügen. Eine getippte Unterschrift wird nur im eigentlichen E-Mail-Text verwendet.

  • Signatur
    Fast alle E-Mail-Programme bieten die Möglichkeit an, eine Signatur ans Ende der E-Mail anzuhängen. Auch Firmen machen davon Gebrauch und fügen ihre Kontaktdaten an. Der Bewerber sollte diese Möglichkeit ebenfalls in Betracht ziehen und seine Adresse samt Handynummer und evtl. Website anzugeben.

  • Spamfilter aus
    Während der Bewerbungsphase ist es sinnvoll, den Spamfilter auszustellen. Sollte das unzumutbar sein, kann man den Spamfilter auch einfach etwas weniger restriktiv einstellen oder die E-Mail-Adressen der beworbenen Firmen in die White-List einfügen.

  • Immer nur einen Empfänger angeben
    Das Medium E-Mail bietet die Möglichkeit an, Kopien an weitere Empfänger zu verschicken („cc:“ und „bcc:“). Hiervon sollte man aber Abstand nehmen, denn es besteht die Gefahr, dass der Personalleiter darauf aufmerksam wird und die Bewerbung als Massenmail enttarnt. Außerdem steigt die Möglichkeit von sehr strengen Spamfiltern aussortiert zu werden.

  • E-Mail zum Test erstmal an sich selbst schicken
    Bevor man die E-Mail auch wirklich losschickt, sollte man sie testweise mal an sich selbst schicken. So kann man am besten überprüfen, ob auch der eigene Name neben der Adresse erscheint, wie groß die Mail tatsächlich ist und ob irgendwelche Werbetexte stören.


Geschrieben von
falk (anonym)
-- 02.Juni 2008 (#9)

Ich habe mir von mehreren Leuten erzählen lassen, dass es von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ist und manche ganz abstruse Richtlinien haben. Einfach immer vorher anrufen, nachfragen, auf der sicheren Seite sein!


Geschrieben von
Ich (anonym)
-- 24.Februar 2010 (#12)

Ich muss 6 Zeugnisse einscannen und dann noch das Bild von mir…Ich komme nicht auf unter 6MB. Egal was ich versuche!!!HILFE!!!


Geschrieben von
Stephan (anonym)
-- 22.April 2007 (#3)

Eine Bekannte von mir hat bei 12 E-Mailbewerbungen auch nur 3 Rückläufer bekommen. Offensichtlich ist diese Medium für Bewerbungen nicht so geeignet, auf jeden Fall nicht für die/den Bewerbende/n. Da weiß man zu oft gar nicht, wo man dran ist.


Geschrieben von
CB (anonym)
-- 04.März 2010 (#13)

Interessant!!

Zum Teil waren die Tipps ganz gut.

Wegen der Probleme der Dateigröße wurde mir von einem Bewerbungstrainer gesagt, dass die Größe bis max. 5 MB sein kann. Es gibt genug Leute, die nicht nur einen oder zwei verschiedene Jobs sondern mehr hatten und dementsprechend auch mehr Zeugnisse. Manchmal hat man Glück und in der Anzeige steht, wie groß die Email max. sein soll. Wenn es nicht reinpasst, muss man eben die ältesten Zeugnisse weglassen.

Wichtig wäre vielleicht auch, dass man die gescannten Dateien als jpg und nicht als bmp abspeichert. Die bmp-Dateien sind wesentlich größer als die jpg-Dateien. Mein Scanner ist schon älter und speichert automatisch als bmp. Ich ändere die Endung deshalb immer in jpg. Das kann auch ein Grund für die Größe der Dateien sein.

Wichtig ist auch, dass das Anschreiben gezielt auf die Stelle abgestimmt ist und nicht wie ein Serienbrief klingt. Eine Email-Bewerbung ist genauso zu behandeln, als würde man eine Mappe verschicken. Der einzige Unterschied ist, dass man selbst nicht so viel Papier, Mappen, Kuverts und Porto braucht.

Wegen dem Zusammenfassen von mehreren Anhängen, kann ich nur sagen, dass ich die Bewerbungen mit Open Office erstelle. Ich habe alle Anhänge in eine Datei eingefügt und dann in PDF umgewandelt. Hab da am Anfang auch viel überlegt. Dabei war die Lösung am Ende so einfach. Da die meisten Anhänge gescannte Dateien sind, habe ich pro Datei eben so viele Seiten wie ich Anhänge machen möchte. Wenn z. B. Word-Kenntnisse verlangt werden, füge ich das Schulungs-Zertifikat mit ein. Damit wird jede Bewerbung individuell. Im übrigen funktioniert Open Office ähnlich wie MS Word und kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Nur dass es im Gegensatz zu Word die Umwandlung in PDF ermöglicht.

Und zu dem Problem mit den Rückmeldungen sei noch gesagt, dass die Firmen in diesem Punkt insgesamt sehr nachlässig sind. Selbst wenn man die Bewerbungen per Post verschickt, kommt oft gar keine Rückmeldung. In einigen Fällen bekommt man nicht einmal die Mappe zurück. Auch wenn sie in den Anzeigen nicht darauf hingewiesen haben. Ich schreibe bei meinen Email-Bewerbungen dazu, dass ich um eine kurze Eingangsbestätigung bitte. Klappt zwar nicht immer, aber mir gibt es das Gefühl, es zumindest versucht zu haben. Ich denke, das hat mit der Menge der Bewerbungen zu tun. Oft geht das bei Email-Bewerbungen unter. Durch den Zusatz habe ich sie wenigstens daran erinnert.

Im übrigen steht in jedem Bewerbungsratgeber etwas anderes. Genauso wie jeder Bewerbungstrainer etwas anderes sagt.

Grüße


Geschrieben von
CB (anonym)
-- 09.April 2010 (#15)

Um die Größe einzuhalten sollte man sämtliche Dokumente nicht als Bild einscannen, sondern als Dokument und im Format "png" statt "jpeg".
Für die einzuscannende Unterschrift ebenso.
Anchließend kann man mit Adobe noch die Option "Dokument -> Dateigröße" verringern wählen, so komprimiert man das Ganze noch einmal auf die Hälfte.
Mit 15 Dokumenten in einer "pdf"-Datei komme ich so auf knapp 700 kb, unkomprimiert auf 1,4 MB, wobei da natürlich die Bildmasken nicht heruntergerechnet werden und somit besser aussehen.

Grüße


Geschrieben von
Ludmila (anonym)
-- 17.März 2010 (#14)

Danke, habe all diese infos gesucht!!!


Geschrieben von
Kai Witte (anonym)
-- 24.Februar 2007 (#2)

Danke für die Informationen!

Die Begrenzung der Zeilenlänge bei Emails auf 72 Zeichen kann man vertreten. Viele gängige Clients wie z. B. pine stellen sogar bei Standardeinstellung Zeilen mit über 80 Zeichen nicht vernünftig dar. Es wird jedoch als gegenteilige Ansicht auch vehement vertreten, daß man genau dies nicht tun solle, so daß der Client des Empfängers die Umbrüche den dortigen Gegebenheiten anpassen kann (siehe z. B. Duden, der ein ganzes Kapitel über Emails hat, sowie andere Bewerbungstips).


Geschrieben von
Spezi (anonym)
-- 30.Januar 2007 (#1)

Wow, vielen Dank für die Tipps, hat mir sehr geholfen!


Geschrieben von
nur ein pdf-dokument (anonym)
-- 15.Januar 2010 (#11)

Hallo,

kann mir jemand sagen, wie man alle Dateianhänge in ein einziges pdf-Dokument bekommt?

Es soll übrigends sehr viel besser sein, nur einen Anhang zu senden, dann muss der Leser nicht immer neue Dateien öffnen.

Gruß Mela


Geschrieben von
S L (anonym)
-- 19.September 2007 (#4)

Ich zitiere Duden - Erfolgreich bewerben!:

"Die getippte Unterschrift genügt
Bei der E-Mail-Bewerbung reicht es, Ihren Namen in getippter Form unter dem Anschreiben anzufügen. Auch wenn Sie das Anschreiben nicht in der Mail selbst, sondern in einer separaten Textdatei untergebracht haben, sollten Sie auf eine eingescannte Unterschrift verzichten. Sie kostet nur zusätzlichen Speicherplatz."

LG


Geschrieben von
Anonymus (anonym)
-- 14.Januar 2010 (#10)

War zum teil sehr hilfreich!

Allerdings frage ich mich wie eien anständige bewerbung mit nur 1Mb versandt werden soll? hab dsa jetz schon des öfteren gelesen das sie max zwischen 1 und 2 mb groß sein soll. Als anlagen muss ich meine 2 arbeitszeugnisse die jeweils 2 seiten umfassen, meine Abschlusszeugnis der schule und mein Abschlussprüfungszeugnis anfügen. Insgesamt sind das allein 8 seiten die locker schon 3 mb groß sind. Wie soll das funktionieren? Ich versteh das net hab das jetz schon auf zig wegen ausprobiert aber ich komm einfahc auf keinen grünen ast^^


was amche ich falsch?!

grüße

ps:wenn ich meine unterschrift jetz nopch einscanne müsste ich das ganze dokument nochma einscannen das würde weitere 500kb erzeugen.


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