Awards sind eigentlich ein alter Hut. Irgendjemand vergibt einen Award (Auszeichnung) für eine Seite, die ihm besonders gut gefällt. Der Gewinner des Awards kann diese Auszeichnung dann in Form einer Grafik auf seiner Website einbinden und damit seinen Besuchern zeigen, dass er eine tolle Seite hat.
Awards werden dabei sowohl von einzelnen Privatpersonen vergeben, als auch im großen Stil von Komitees und Juroren. Die meisten Awards sind unsortiert; das soll also heißen, dass die Teilnahmekriterien sehr weitmaschig sind und am Ende das Gesamtbild aus Design, Inhalt und Ergonomie darüber entscheidet, wer der Gewinner ist. Andere Awards wiederum werden nur an Seiten aus einer bestimmten Region verliehen oder an Websites, die sich einem speziellen Thema widmen.
Unlängst haben aber auch findige Spammer die Internet-Awards als Instrument entdeckt, um an Backlinks zu kommen. So kann es passieren, dass man bei der Bewerbung für einen Award innerhalb weniger Minuten oder Stunden eine Antwort bekommt, die einem mitteilt, dass man gewonnen habe und den Link zum Award auf der Website unterbringen solle. Zusätzlich wird häufig mit einem Gewinnspiel gelockt, an dem man nur durch die Einbindung des Awards teilnehmen kann. Die Bewerber befolgen den Ratschlag der Award-Verleiher und bringen den Link zum Award auf ihrer Seite unter – ein Backlink für den Verleiher. Der Verleiher selbst parkt die Websites der Bewerber allenfalls auf einer Linkliste, was Google nicht besonders erfreut und keine Besucher bringt.
Bei näherer Betrachtung wird klar, dass die Awards völlig willkürlich vergeben werden und die Seiten der Bewerber nicht mal beäugt werden. Die Internetauszeichnungen werden dadurch zu einer absoluten Farce, was der Laie jedoch nicht merkt. Die Award-Verleiher nutzen die Eitelkeit und den Stolz der Webmaster skrupellos aus, denn wer geht nicht gerne damit hausieren, dass anderen Menschen die eigene Website sogar eine Auszeichnung wert ist?
Noch eine Stufe perfider ist es, wenn die Award-Verleiher den Bewerbern eine Absage erteilen, aber dafür so „gütig“ sind, kostenpflichtige Hilfe für die Verbesserung der Seite in Punkto Webdesign anzubieten. Der gekränkte Webmaster ist schnell geneigt, diese Schmach korrigieren zu wollen und den Auftrag anzunehmen.
Neben diesen profitgierigen Award-Anbietern gibt es noch die privaten Award-Verleiher. Private Award-Anbieter haben meist keine kommerziellen Interessen, so dass man davon ausgehen kann, dass die Websites der Bewerber auch tatsächlich begutachtet werden.
Man muss sich allerdings vergegenwärtigen, dass die Awards privater Verleiher meistens billig aussehen und amateurhaft wirken. Wer sich mit solchen Auszeichnungen schmückt, hinterlässt bei seinen Besuchern eher ein schiefes Bild, als Bewunderung. Abgesehen davon nehmen die Awards Platz auf der Seite weg und erhöhen die Ladezeit.
Einen persönlichen und lesenswerten Erfahrungsbericht eines Internet-Anfänger zu Internet-Awards gibt es unter http://awards.de/magazin/1999071301.htm.
Es soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es auch sehr bekannte und begehrenswerte Internet-Awards gibt. Dazu gehört z.B. der „NEO Award“, „Deutscher Internetpreis“ oder „BIENE-Award“.
Der Vorteil dieser Awards ist, dass die Seiten der Bewerber von einer Jury bewertet werden und nicht von den Internet-Nutzern. So wird verhindert, dass die Bewerber sich selbst wählen oder auf ihrer Seite die Besucher dazu aufrufen, die Seite zu wählen und damit das Ergebnis zu manipulieren. Wegen des Bekanntheitsgrades, bringen diese Awards auch zusätzlich ordentliche Besucherströme.
Der Nachteil ist leider, dass die Chancen, sich bei den renomierten Award-Verleihern die erstrebenswerte Internet-Auszeichnung einzuheimsen, denkbar gering sind.
Wer sich mit seiner Website dennoch bei Internet-Awards bewerben möchte, sollte sich an folgende Regeln halten:
Nur eine Wegwerf-E-Mail-Adresse wegen Spam benutzen.
Vorher nachgucken, ob der Award-Verleiher die Websites seiner Bewerber auf Linklisten veröffentlicht. Wenn ja: Finger weg.
Die Auszeichnungen sollten besser nicht in die Website integriert werden.
Falls sie dennoch die Auszeichnungen auf ihren Seiten anzeigen wollen, dann nur dezent oder auf einer Extra-Seite für Awards.
Hier kann man ausnahmsweise mal nützlichen Gebrauch von Webkatalogen machen. Eine Liste von Award-Verleihern findet man z.B. DMOZ oder Web.de.
Eine weitere Anlaufstelle ist http://www.awards.de.