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Mehr Backlinks durch Internet-Awards?

-- 13.Oktober 2005 (#54)

Awards sind eigentlich ein alter Hut. Irgendjemand vergibt einen Award (Auszeichnung) für eine Seite, die ihm besonders gut gefällt. Der Gewinner des Awards kann diese Auszeichnung dann in Form einer Grafik auf seiner Website einbinden und damit seinen Besuchern zeigen, dass er eine tolle Seite hat.
Awards werden dabei sowohl von einzelnen Privatpersonen vergeben, als auch im großen Stil von Komitees und Juroren. Die meisten Awards sind unsortiert; das soll also heißen, dass die Teilnahmekriterien sehr weitmaschig sind und am Ende das Gesamtbild aus Design, Inhalt und Ergonomie darüber entscheidet, wer der Gewinner ist. Andere Awards wiederum werden nur an Seiten aus einer bestimmten Region verliehen oder an Websites, die sich einem speziellen Thema widmen.


Kommerzielle Award-Verleiher/Spammer

Unlängst haben aber auch findige Spammer die Internet-Awards als Instrument entdeckt, um an Backlinks zu kommen. So kann es passieren, dass man bei der Bewerbung für einen Award innerhalb weniger Minuten oder Stunden eine Antwort bekommt, die einem mitteilt, dass man gewonnen habe und den Link zum Award auf der Website unterbringen solle. Zusätzlich wird häufig mit einem Gewinnspiel gelockt, an dem man nur durch die Einbindung des Awards teilnehmen kann. Die Bewerber befolgen den Ratschlag der Award-Verleiher und bringen den Link zum Award auf ihrer Seite unter – ein Backlink für den Verleiher. Der Verleiher selbst parkt die Websites der Bewerber allenfalls auf einer Linkliste, was Google nicht besonders erfreut und keine Besucher bringt.

Bei näherer Betrachtung wird klar, dass die Awards völlig willkürlich vergeben werden und die Seiten der Bewerber nicht mal beäugt werden. Die Internetauszeichnungen werden dadurch zu einer absoluten Farce, was der Laie jedoch nicht merkt. Die Award-Verleiher nutzen die Eitelkeit und den Stolz der Webmaster skrupellos aus, denn wer geht nicht gerne damit hausieren, dass anderen Menschen die eigene Website sogar eine Auszeichnung wert ist?

Noch eine Stufe perfider ist es, wenn die Award-Verleiher den Bewerbern eine Absage erteilen, aber dafür so „gütig“ sind, kostenpflichtige Hilfe für die Verbesserung der Seite in Punkto Webdesign anzubieten. Der gekränkte Webmaster ist schnell geneigt, diese Schmach korrigieren zu wollen und den Auftrag anzunehmen.


Private Award-Verleiher

Neben diesen profitgierigen Award-Anbietern gibt es noch die privaten Award-Verleiher. Private Award-Anbieter haben meist keine kommerziellen Interessen, so dass man davon ausgehen kann, dass die Websites der Bewerber auch tatsächlich begutachtet werden.
Man muss sich allerdings vergegenwärtigen, dass die Awards privater Verleiher meistens billig aussehen und amateurhaft wirken. Wer sich mit solchen Auszeichnungen schmückt, hinterlässt bei seinen Besuchern eher ein schiefes Bild, als Bewunderung. Abgesehen davon nehmen die Awards Platz auf der Seite weg und erhöhen die Ladezeit.


Erfahrungsbericht eines Laien über Awards

Einen persönlichen und lesenswerten Erfahrungsbericht eines Internet-Anfänger zu Internet-Awards gibt es unter http://awards.de/magazin/1999071301.htm.


Die Vorderseite der Medaille – Begehrenswerte Internet-Awards

Es soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es auch sehr bekannte und begehrenswerte Internet-Awards gibt. Dazu gehört z.B. der „NEO Award“, „Deutscher Internetpreis“ oder „BIENE-Award“.
Der Vorteil dieser Awards ist, dass die Seiten der Bewerber von einer Jury bewertet werden und nicht von den Internet-Nutzern. So wird verhindert, dass die Bewerber sich selbst wählen oder auf ihrer Seite die Besucher dazu aufrufen, die Seite zu wählen und damit das Ergebnis zu manipulieren. Wegen des Bekanntheitsgrades, bringen diese Awards auch zusätzlich ordentliche Besucherströme.
Der Nachteil ist leider, dass die Chancen, sich bei den renomierten Award-Verleihern die erstrebenswerte Internet-Auszeichnung einzuheimsen, denkbar gering sind.


Merkliste für die Teilnahme an Awards

Wer sich mit seiner Website dennoch bei Internet-Awards bewerben möchte, sollte sich an folgende Regeln halten:

  • Nur eine Wegwerf-E-Mail-Adresse wegen Spam benutzen.

  • Vorher nachgucken, ob der Award-Verleiher die Websites seiner Bewerber auf Linklisten veröffentlicht. Wenn ja: Finger weg.

  • Die Auszeichnungen sollten besser nicht in die Website integriert werden.

  • Falls sie dennoch die Auszeichnungen auf ihren Seiten anzeigen wollen, dann nur dezent oder auf einer Extra-Seite für Awards.


Links zu Award-Anbietern

Hier kann man ausnahmsweise mal nützlichen Gebrauch von Webkatalogen machen. Eine Liste von Award-Verleihern findet man z.B. DMOZ oder Web.de.
Eine weitere Anlaufstelle ist http://www.awards.de.


Geschrieben von
Christian (anonym)
-- 18.November 2005 (#5)

Hey, schon lange nix mehr von dir gehört, oder feilst du wieder bis zur Perfektion an einem neuen Artikel ;)
Freue mich auf weiteren Input!!


Geschrieben von
Dirk
-- 22.Dezember 2005 (#8)

Danke! :-)


Geschrieben von
Mike (anonym)
-- 04.Dezember 2005 (#6)

Diese ganze Award Geschichte ist ein Riesenhumbug-da wird betrogen und gepusht, bis der Arzt kommt…
Dein Blog finde ich klasse!


Geschrieben von
baufi (anonym)
-- 22.September 2006 (#9)

Über diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht nachgedacht. Super Idee!


Geschrieben von
Domi (anonym)
-- 11.November 2005 (#3)

Vielen Dank. Werde mal wieder vorbeischauen. Jetzt kann ich ja nichts mehr durchlesen. Hab mich schon überall durchgeklickt.

Domi


Geschrieben von
Andre (anonym)
-- 21.Dezember 2005 (#7)

Ein Award ist letztlich nur ein gewerteter Backlink, wovon meistens der Award Vergeber auch profitiert, da die Leute ja super gerne das "Platz 1 gewonnen" Logo mit Verlinkung auf den Award Vergeber anbringen - meistens auch direkt auf der Startseite - was dann für beide Seiten letztlich nix anderes ist wie ein verbesserter Linktausch.

Schliesse mich aber auch Domain an, der Artikel ist super getextet worden und bekommt von mir auch eine Award Nominierung :)


Geschrieben von
anna (anonym)
-- 05.Januar 2008 (#13)

Nun weiß ich endlich mal wofür diese Awards da sind.
Zu den kleinen privaten muss man sagen: Wenn aus den kleinen privaten Award Seiten etwas größere Award seiten werden, werden sich zwangsläufig eine großzahl der Betreiber zum negativen wandeln und eben auch versuchen "den großen Reichtum" mit allerlei Müll zu erlangen.

Ist immer das gleiche. Ist eine Seite erstmal bekannt und wird Geld damit verdient, beschränkt man sich nur noch darauf und der Service der ganzen Seite nimmt ab.


Geschrieben von
Hans (anonym)
-- 01.November 2005 (#2)

Sofern die Awards durch die Userstimmen vergeben werden ist dies völliger Humbuk. Da kann man puschen ohne Ende. Also um einfach auf den Punkt zu kommen, BETRÜGEN. Leute mit viel Zeit und ein paar Kumpels erlangen eine Toplazierung, obwohl die HP beschissen ist. Das macht einfach keinen Sinn.


Geschrieben von
domain (anonym)
-- 23.Oktober 2005 (#1)

Danke für die Infos

diesen Artikel hätte einen award verdient!


Geschrieben von
eu führerschein (anonym)
-- 07.Oktober 2007 (#11)

Sofern die Awards durch die Userstimmen vergeben werden ist dies völliger Humbuk. Da kann man puschen ohne Ende. Also um einfach auf den Punkt zu kommen, BETRÜGEN. Leute mit viel Zeit und ein paar Kumpels erlangen eine Toplazierung, obwohl die HP beschissen ist. Das macht einfach keinen Sinn.


Geschrieben von
picpages (anonym)
-- 18.November 2005 (#4)

Auf was für Ideen Leute kommen…. ;-) Aber irgendwie habe ich immoment eh das Gefühl es würde sich im Internet nur noch um Linkgenerierung handeln und garnicht mehr um Content. Gottseidank ist dem nicht so.

gruß


Geschrieben von
Advertiseman (anonym)
-- 09.Juli 2007 (#10)

Die Varianten sind alle schon alt und bekannt. Um Erfolg zu haben, müssen andere Methoden her.


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