Typografie ist ein weites Feld und beschäftigt sich mit ausschweifenden Dingen wie Schriftart, Schriftgröße, Zeilenlänge etc. und das auch noch auf unterschiedlichsten Medien mit unterschiedlichen Formaten – ich beschränke mich lediglich auf die richtige Verwendung von Sonderzeichen, die man beim Webdesign beachten sollte. In diesem kleinen Crash-Kurs wird man sicher ein paar nützliche Dinge erfahren, um seiner Seite den richtigen Feinschliff zu geben. Inbesondere in den neumodischen Blogs sind Sonderzeichen allgegenwärtig.
Am Computer und vor der Schreibmaschine hat sich das Sekunden- bzw. Zoll-Zeichen (") etabliert. Typografisch gesehen ist das allerdings nicht korrekt, da im Deutschen zum einen die Anführungsstriche zu Beginn unten stehen und zum anderen, weil dem Zoll-Zeichen die charakteristischen Häkchen fehlen. Das Zeichen für Zoll sind zwei gerade Striche, während Anführungsstriche einen leichten Schwung haben. Beispiel: „Das Wetter ist schön!“, sagte Peter.
Neben den normalen doppelten Anführungsstrichen gibt es noch die einfachen Anführungsstriche, welche am Anfang eines Zitats ebenfalls unten stehen und ein kleines Häkchen besitzen. Einfache Anführungsstriche werden bei Zitaten innerhalb von Zitaten verwendet. Beispiel: „Richtig, ‚Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Sprung für die Menschheit’, sagte Armstrong, als er den Mond betrat“, antwortete Peter.
Die HTML/XHTML-Entities für Anführungsstriche sind:
„ („)
“ (“)
‚ (‚)
‘ (’)
Da Netscape 4.x leider Probleme hat, die Entities für Anführungstriche darzustellen, wäre es sinnvoller, stattdessen die Unicode-Schreibweise zu bevorzugen:
„ („)
“ (“)
‚ (‚)
’ (’)
Apostrophe werden eingesetzt, sobald ein Buchstabe weggelassen wird. Das kann z.B. passieren, wenn zwei Wörter zusammengefasst werden oder ein Wort nicht ausgeschrieben wird. Beispiel: „Wie wird’s Wetter heute wohl?’, „Was soll’s?“, „Wie geht’s dir heute?“, „Hast du ’n Computer?“, „Heut’ war ich Schuhe kaufen“. Das Apostroph taucht fast nur in der Umgangssprache auf; im Papierdeutsch wird man es hingegen nur sehr selten antreffen.
Auch der Apostroph wurde auf Schreibmaschine und Computer gegen das Zoll-, oder besser gesagt durch das Minuten-Zeichen (') ersetzt und wird somit meist als gerade Strich dargestellt, jedoch hat auch der Apostroph ein kleines Häkchen. Der Apostroph ist typografisch sogar mit dem einfachen abschließenden Anführungsstrich identisch, also kann man auch hier ‘, oder besser ’ verwenden.
Fälschlicherweise wird häufig auch das Akut- (`) oder Gravis-Akzentzeichen (´) anstelle des richtigen Apostrophs verwendet. Akzentzeichen gehören allerdings fast immer über einen Buchstaben und sollten nicht als Apostroph-Zeichen missbraucht werden. Akzentzeichen haben einen breiten Abstand als der richtige Apostroph und führen dazu, dass eine unschöne sichtbare Lücke entsteht.
Guillemets sind sozusagen die französischen Anführungsstriche. Guillemets sind zwei Spitze Klammern, die nach Außen zeigen. Beispiel: «Hallo Freunde!», sagte Peter.
Im Deutschen hingegen können Guillemets alternativ zu den normalen Anführungsstrichen eingesetzt werden, der Unterschied ist allerdings, dass die spitzen Klammern nach Innen zeigen. Beispiel: »Hallo Freunde!«, sagte Peter.
Die spitzen Klammern werden bevorzugt im Buchdruck und im Internet benutzt, Gänsefüßchen hingegen werden vorwiegend in handschriftlichen Texten, Zeitungen und allen anderen Schriftdokumenten eingesetzt.
Auch bei Guillemets gibt es, wie bei unseren Gänsefüßchen, einfache und doppelte Guillemets. Einfache Guillemets werden hier ebenfalls bei Binnenzitaten eingesetzt. Beispiel: »Richtig, ›Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Sprung für die Menschheit‹, sagte Armstrong, als er den Mond betrat«, antwortete Peter.
Die HTML/XHTML-Entities für Anführungsstriche sind:
» (»)
« («)
› (›)
‹ (‹)
Guillemets sind übrigens nicht zu verwechseln mit den spitzen Klammern, die man in HTML/XHTML verwendet. Guillemets sind wesentlich schmaler und dezenter.
Der Geviertstrich ist ein waagerechter Stricht und hat unverschiedliche Funktionen. Er wird als Bindestrich, Gedankenstrich, Streckenstrich, Minuszeichen, Kommandostrich, Bis-Strich, Auslassungsstrich und noch einigen anderen Dingen verwendet. Seinen Namen hat der Geviertstrich durch die Maßeinheit Geviert erhalten. Welche Funktion er hat, hängt maßgeblich von seiner Länge ab.
Viertelgeviertstrich: -
Ein Viertelgeviertstrich ist meist ein Bindestrich, kann aber auch ein Ergänzungsbindestrich, Datumstrennstrich oder Telefonnummerntrennstrich ein. Ein Viertelgeviertstrich wird ganz normal über die Minus-Taste bzw. Bindestrich-Taste auf der Tastatur erzeugt.
Halbgeviertstrich: –
Ein Halbgeviertstrich wird überwiegend als (kurzer) Gedankenstrich benutzt, weitere Funktionen sind: Streckenstrich, Kommandostrich, Strich bei Währungsangaben, Bis-Strich, Gegen-Strich, Auslassungsstrich, Anstrich. Die HTML-Entity für den Halbgeviertstrich ist –. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität zu Netscape 4.x, wäre es besser, den Unicode – zu verwenden. Der Halbgeviertstrich hat im Englischen auch den Namen „n-Dash“ und rührt daher, dass er so lang wie der Buchstabe n ist.
Geviertstrich: —
Ein normaler Geviertstrich wird im Englischen als (langer) Gedankenstrich verwendet. Im Deutschen wird er nur selten verwendet, manchmal trifft man ihn aber als Spiegelstrich an. Die HTML-Entity für den Geviertstrich ist —, jedoch sollte man auch hier besser die Unicode-Schreibweise wählen, welche für den Geviertstrich — ist. Der Geviertstrich hat im Englischen auch den Namen „m-Dash“. Analog zum n-Dash hat der m-Dash den Namen daher, dass er so lang ist wie ein m.
Zusätzlich gibt es noch das Minus-Zeichen. Das Minus-Zeichen ist so lang wie ein Halbgeviertstrich, allerdings etwas tiefer als andere Geviertstriche.
Der häufigste typografische Fehler ist, dass für den Gedanken- und Minusstrich der Viertelgeviertstrich verwendet wird.
Ellipsen oder Auslassungszeichen werden verwendet, wenn ein Teil eines Wortes oder eine ganze Wortgruppe ausgelassen wird. Wenn nur ein Teil eines Wortes ausgelassen wird, so wird kein Leerzeichen vor der Ellipse gesetzt. Beispiel: „Ich fühle mich heute be…“, sagte Peter.
Wenn ein ganzes Wort oder mehrere Wörter ausgelassen werden, dann wird ein Leerzeichen eingefügt. Beispiel: „Ich gestehe dir, dass ich dich unendlich …“, überwand sich Peter.
Die HTML-Entity für die Ellipse ist …. Da ältere Browser Probleme mit der Darstellung dieses Entities haben, sollte der Unicode … eingesetzt werden.
Im Unterschied zu normalen Punkten ist die Ellipse etwas breiter.
Bei den mathematischen Sonderzeichen beschränke ich mich auf die vier Grundrechenarten, also Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division.
Das Pluszeichen wird ganz über das Plus-Zeichen auf der Tastatur erzeugt. Etwas irritierend ist, dass die Bindestrich-Taste bzw. Minus-Taste auf der Tastatur leider kein richtiges Minus-Zeichen ist. Die Darstellung des Minus-Zeichens kann man über die HTML-Entity − erreichen; es ist so lang wie ein Bindestrich, jedoch an Zahlen und andere Rechenzeichen angepasst und daher etwas tiefer. Da aber leider nicht alle Browser − anzeigen können, ist es vielleicht doch empfehlenswert, wieder auf die Minus- und Bindestrich-Taste auf der Tastatur zurückzugreifen.
Für Multiplikation und Division gibt es verschiedene Darstellungen. Die Darstellung über die Tastatur per * und / ist eher unbefriedigend und gleicht auch nicht der Darstellung, die man aus seiner Grundschulzeit und der Fachliteratur (Mathematik-Büchern) kennt.
Es gibt allerdings Alternativen, welche man sich nach Gutdünken aussuchen kann.
Für die Multiplikation gibt es Varianten (inkl. Entities):
× (×)
∗ (∗)
∙ (∙) (kein Entity für dieses Sonderzeichen verfügbar)
Für die Division gibt es Varianten (inkl. Entities):
÷ (÷)
(:) (kein Entity nötig, Eingabe über Tastatur)