Kostenlose Suchmaschineneintragung

-- 15.September 2005 (#39)

Eintragung bei 250, 500 oder gar 1000 Suchmaschinen… wer bietet mehr?
Alles Augenwischerei! Die kostenlosen Suchmaschineneintragungsdienste protzen nur so mit astronomischen Zahlen von Suchmaschinen. In Wirklichkeit sieht es so aus, dass man weltweit kaum mehr als 150 verschiedene Suchmaschinen zusammenkratzen kann. Aber wie kommen diese Anbieter zu solchen Zahlen? Ganz einfach: Die Eintragungsdienste packen Suchmaschinen, Linklisten, Webverzeichnisse/Kataloge in einen Topf und titulieren dann alles zusammen als „Suchmaschinen“.

Dabei unterscheiden sich Verzeichnisse (respektive Internet-Kataloge) ganz entscheidend von „echten“ Suchmaschinen.
„Echte“ Suchmaschinen schicken kleine Programme durchs Netz (Spider oder Robots genannt) und die folgen jeden Link und versuchen alles zu indexieren, was nicht niet- und nagelfest ist – vollautomatisch versteht sich. Auch das Ranking, also welche Seiten ganz oben in den Suchergebnissen stehen und welche nicht, wird automatisch von Rechenknechten erledigt. Daher ist der Index einer Suchmaschine auch sehr groß und es stehen in den Suchergebnissen auch nicht immer die Seiten oben, die es sich auch verdient haben.
Webkataloge hingegen sind deutlich kleiner und von Menschenhand gepflegt. Meistens werden die Seiten von jemanden zur Aufnahme in einem Verzeichnis vorgeschlagen (es ist also sehr selten, dass man automatisch aufgenommen wird). Die Seiten werden vor der Aufnahme von einem Redakteur geprüft und der entscheidet, ob die Seite gut genug ist und in welche Kategorie sie gehört. Anders ist es bei einer richtigen Suchmaschine, denn hier wird grundsätzlich jeder aufgenommen, der sich an die technischen Spielregeln hält. Der Vorteil von Webverzeichnissen ist, dass die aufgenommenen Seiten eine hohe Qualität haben und man sich nicht erst durch Spam kämpfen muss, wie bei den echten Suchmaschinen. Auf der anderen Seite sind Internet-Kataloge sehr klein und sind somit meist nur als Einstieg in ein bestimmtes Thema geeignet; für spezielle Fragen muss man dann wieder auf eine Suchmaschinen ausweichen.

Okay, halten wir uns an meinem Schätzwert fest, dass es auf der ganzen Welt zirka 150 Suchmaschinen gibt. Wieviele fallen ihnen ein? Eine Handvoll? Dann haben sie wahrscheinlich genau die Suchmaschinen erwischt, die überhaupt interessant sind. Von den geschätzten 150 Suchmaschinen vereinen gerade mal 3 oder 4 Suchmaschinen fast 100% der Suchmaschinenbenutzer. Darunter gehören Google, Yahoo!, MSN und Seekport. Allein Google kann 80% der Suchmaschinenanfragen für sich verbuchen und den Rest teilen sich Yahoo!, MSN und Seekport. Die restlichen 146 Suchmaschinen bringen ihrer Website so gut wie keine Besucher und die Besucher. Die über diese Minderheiten-Suchmaschinen kommen, sind meistens auch noch Irrläufer, denn was bringt es ihnen, in einer unbekannten brasilianischen oder chinesischen Suchmaschine gefunden zu werden?
Wozu sollte man also Zeit und (vielleicht) Geld verschwenden, sich in diese Suchmaschinen einzutragen?

„Echte“ Suchmaschinen suchen und finden ihre Homepage von selbst!
Suchmaschinen sollen suchen, dazu sind sie nun mal da. Lassen sie sich von ein paar Leuten verlinken, die bereits von Suchmaschinen indexiert wurden (alternativ kann man seine Adresse auch in Foren-Signaturen, Foren-Profilen, Gästebüchern und Newsgroups hinterlassen, der Effekt ist derselbe) und die Suchmaschinen werden dem Link zu ihrer Adresse folgen. Das einzige, worauf sie achten sollten, ist, dass sie keine technischen Barrieren (Frames, Flash…) einsetzen. Nach 2 Monaten sollte die Website in den Suchmaschinen auftauchen. Sie brauchen sich nur um die bereits 4 genannten Suchmaschinen Google, Yahoo!, MSN und Seekport kümmern, dann werden sie auch automatisch in den meisten anderen Suchmaschinen aufgenommen, weil die Suchmaschinen ihre Datensätze an andere Suchmaschinen verkaufen. Beispiel: AOL, Netscape und T-Online greifen auf die Daten von Google zurück; AltaVista und AlltheWeb auf die von Yahoo!. Das genaue Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen kann man bei Suchfibel.de bestaunen.
Man sieht also, dass es gar nicht nötig ist, sich manuell bei Suchmaschinen anzumelden.

Des Weiteren spricht gegen (kostenlose) Suchmaschineneintragung, dass viele dieser Anbieter einfach nur darauf aus sind, E-Mails zu sammeln. In der Regel müssen sie ihre E-Mail hinterlassen, um den Eintrag in die Webverzeichnisse zu bestätigen. Legen sie sich hierfür besser eine neue Wegwerf-E-Mail-Adresse an.

Und als Letztes bergen Suchmaschineneintragungsdienste die Gefahr, dass man in zwielichte Linklisten eingetragen wird. Linklisten werden von Google nur ungern gesehen (Googles Bezeichnung für solche Seiten ist „Bad neighborhood“) und können dazu führen, dass ihre Homepage abgewertet wird.

Zusätzlich sollten sie auch Mehrfachanmeldungen vermeiden. Das mehrfache Ausführen desselben oder auch verschiedener Eintragungsdienste, kann dazu führen, dass ihre „Bewerbung“ als Spam angesehen wird – das gilt für „echte“ Suchmaschinen genauso, wie für Webverzeichnisse.