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Linktauschprogramme – Vorsicht, Finger weg?

-- 12.September 2005 (#35)

Links tauscht man meistens, indem man von jemandem verlinkt wird und als Dankeschön zurückverlinkt oder indem man nach themenverwandte Seiten im Internet stöbert und die formlose Frage stellt, ob der Webmaster an einem Linktausch interessiert ist.
Ein paar findige und faule Leute kamen darauf, dass man das ganze automatisieren könnte. Warum also nicht einfach alle Webmaster, die an einem Linktausch interessiert sind, in einem Portal zusammenführen, als sich seine Linkpartner mühselig und verstreut im Web zusammen zu suchen? Die Idee der Linktausch-Börse ist geboren.
Da man sich aber auch das persönliche Anschreiben zwischen anderen Webmastern ersparen möchte und es für viele lästig ist, als Bittsteller aufzutreten, wird auch die Verlinkung und Linkauswahl weitestgehend von dem Linktausch-System automatisiert.

So weit, so gut, denn das Generieren von Links auf die eigene Website ist wichtiger als alles andere und wer hätte schon was dagegen, seine Seite ohne großen Aufwand in den SERPs etwas nach oben zu drücken? Linktausch-Programme sind also eigentlich eine praktische Sache. Linktausch-Programme haben jedoch ein zwielichtiges Image, da man als Teilnehmer immer in die latente Gefahr läuft, von Google verbannt zu werden.

Die Google-Richtlinien warnen auch ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen Linktausch-Börsen:

Nehmen Sie nicht an Link-Programmen teil, die dazu dienen, Ihr Ranking oder Ihren PageRank-Wert zu verbessern. Meiden Sie insbesondere Links zu Webspammern oder "schlechte Nachbarschaft" im Web, da Ihr eigenes Ranking durch solche Links negativ beeinflusst werden kann.

Wie kann das sein? Nun, es liegt nicht an den System des Linktausches selbst, sondern an der Vielzahl von Teilnehmern, die nur darauf aus sind, das Linktausch-System und andere Teilnehmer auszunutzen. Wenn man die Google-Richtlinie auch einmal genau liest, dann wird auch genau deshalb vor Linktausch-Programmen gewarnt, nämlich wegen der großen Menge von Spammern, die daran teilnehmen.
Hier ist der alte manuelle Linktausch natürlich im Vorteil, da man immer die Kontrolle hat, wer als Linkpartner in Frage kommt. Nur selten wird man freiwillig den Pakt mit dem Teufel eingehen wollen und einen Link mit einer Website tauschen, die keinen Inhalt hat und nur spammt. Bei automatisierten Linktauschprogrammen ist diese Kontrolle eben meistens nicht gegeben, auch wenn die besseren Tauschbörsen durchaus bemüht sind, keine dubiosen Seiten für den Linktausch zuzulassen und dementsprechend einen großen Aufwand haben, die Teilnehmer manuell zu selektieren.

Linktausch-System sind also ein wahrer Honeypot für Spammer und SEOs. Da sich auch die meisten professionellen SEOs darüber bewusst sind, kommt auch kaum jemand auf die Idee, bei einem Linktauschprogramm mit einer „richtigen“ Seite und echten Inhalten teilzunehmen. Schließlich will man ja nicht, dass die Seite von Google gekickt wird („verbrannt“, wie man so schön sagt). Insbesondere wenn es um Kunden geht, wird es sich kaum ein SEO leisten können, wenn nach der Teilnahme an Linktauschprogrammen nur eine „verbrannte“ Domain zurückbleibt – das gäbe eine Menge Ärger.
Es lässt sich also mühelos erahnen, dass an Linktauschsystemen lediglich zweit- und drittklassige Websites teilnehmen. Seiten, bei denen es ist nicht so schlimm ist, wenn sie „verbrennen“. Daher werden Linktauschsysteme von SEOs auch häufig als Testfeld missbraucht, um die Optimierungs-Grenzen von Google und Co. auszuloten. Neben den SEO-Testballons gesellen sich noch dubiose Casino-Seiten, Adult-Seiten (Pornoseiten), Affili-Seiten etc.
In diesem Haifischbecken von Hobby-SEOs und Spammern versuchen viele, das System und andere Teilnehmer auszunutzen. Wie Hyänen wird versucht, die gegenseitige Vertrauensbasis zu unterwandern und die Partner zu hintergehen, indem beispielsweise Spider von den Linkseiten ausgesperrt werden, über Wegwerf-Domains umgeleitet wird oder Cross-Linking eingesetzt wird.

Für die Anbieter solcher Linktauschbörsen bedeutet das natürlich einen hohen Aufwand, um das Ganze einigermaßen in den Griff zu bekommen und eine halbwegs seriöse Teilnehmerschaft vorweisen zu können. Andernfalls werden neue Teilnehmer mit „echten“ Inhalten abgeschreckt – ein Teufelskreis, sozusagen.
Ein anderes Problem ist dann aber noch, dass viele Teilnehmer Linktauschpartner mit hohen PageRank™ erwarten. Wenn es keine Linktauschpartner mit mindestens PR 7 gibt, dann wird dem Linktauschprogramm schnell wieder der Rücken zugekehrt. Die Webmaster wollen halt ihren Link lieber auf einer Partnerseite mit PR 7, statt PR 2 sehen – PageRank ist für manche eben alles, auch wenn sich über den Bedeutungswandel des PageRanks fabulieren ließe (viele SEOs sind eben der Ansicht, dass der PageRank an Bedeutung verloren hat). Also auch hier muss man vielen Teilnehmern leider Eigennutz und „Mitnahme-Mentalität“ attestieren – man will möglichst viel Profit aus dem Linktauschsystem schlagen, ohne selbst großartig was beizutragen, ansonsten taugt das System nicht.

Letztlich kann man noch darüber sinnieren, ob man mit der Teilnahme an Linktausch-Programmen nicht ein Wettrüsten lostritt. Sobald einige Seiten einer bestimmten Branche ihr Ranking bei Google und Co. über Linktausch-Systeme manipulieren, um ganz oben zu stehen, müssen Konkurrenten aus dieser Branche natürlich nachziehen und ebenfalls an solchen Programmen teilnehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Das führt am Ende dazu, dass die Suchmaschinen nur völlig verzerrte und verfälschte Suchergebnisse zurückgeben und eine Säuberungsaktion notwendig wird. Eine Säuberungsaktion, bei der eine Menge „verbrannter“ Domains zurückbleiben.

Prominentes Beispiel dafür ist der Fall Linktrade.biz. Linktrade.biz war bis Dezember 2003 sehr erfolgreich und alle Teilnehmer waren in den Suchmaschinen sehr gut gelistet, bis Google mit dem Kehricht in Form des sogenannten „Florida-Updates“ im Dezember 2003 kam und alle Teilnehmer dieser Linktauschbörse aus dem Index entfernte und einen PageRank von 0 verpasste.


Fazit:
Entweder man wählt seine Partner weiterhin manuell aus (bzw. man erkauft sich Backlinks bei ausgewählten Seiten) und hat dadurch die maximale Kontrolle darüber, auf welche Partner man sich einlässt, oder man benutzt Linktauschprogramme als Testfeld mit unwichtigen Websites. So kann man mit Linktausch-System durchaus kurzfristigen Erfolg erzielen, langfristig ist allerdings die Gefahr, von Google abgestraft zu werden, bei „echten“ Websites noch viel zu hoch. Denn wenn eine Domain erstmal gekickt wurde, dann bleibt meist nur noch der Domainwechsel und in Zeiten von Domainknappheit, wäre das sehr ärgerlich.

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Geschrieben von
Lars (anonym)
-- 28.Juli 2007 (#5)

Lieber sicher gehen und selber auf der Suche nach Linkpartner machen, am besten Linkpartner-verzeichnis
suchen.


Geschrieben von
daniel (anonym)
-- 28.Januar 2009 (#8)

Warum sind hier die Kommentarlinks eigendlich nofollow ? http://www.powerblogz.de


Geschrieben von
daniel (anonym)
-- 28.Januar 2009 (#9)

www.powerblogz.de


Geschrieben von
Carsten (anonym)
-- 13.September 2005 (#3)

Stimmt, ich hab die Domain auf meinen Webspace weiterleiten lassen. Das wollte ich mal ändern. Am besten ich stelle mal einen KK-Antrag…
Danke für den Tipp mit der Google-Datenbank…


Geschrieben von
Dirk
-- 13.September 2005 (#2)

Geht es um http://www.media-blog.com?
Media-Blog.com ist ja nur ein Frameset, was PR4 hat. Die eigentliche Seite liegt auf http://web176.webhostaccount4.de/ und hat PR0. Der PR für Media-Blog.com ist auch sehr stabil, zumindestens zeigt die Google-Datenbank keine Abweichungen an.


Geschrieben von
Carsten (anonym)
-- 12.September 2005 (#1)

Ich mein ich hätte dazu mal einen Bericht recherchiert, der besagt das Google selbst ausgefeilte Linktausch-Programme erkennt und alle Teilnehmer kickt. Den Link find ich nicht mehr…
Woran kann es eigentlich liegen das meine Seite einmal einen PR4 und einmal PR0 hat?


Geschrieben von
Franki (anonym)
-- 30.Mai 2010 (#11)

Solche Linktauschprogramme bringen wirklich ziemlich wenig. Backlinks kann man auch einfacher in Artikelverzeichnissen bekommen.


Geschrieben von
Webkatalog (anonym)
-- 28.Juli 2007 (#4)

Google hat bestimmt etwas, was Linktausch-Programme erkennt, lieber <a href="http://www.preisportal.net/web/Internet.webkatalog.Linkpartner-verzeichnis.html">Linkpartner-Verzeichnis</a>
nach Linkpartner selber suchen.


Geschrieben von
Moni (anonym)
-- 26.Oktober 2009 (#10)

Hallo, ich hatte auch mal überlegt, ob ich meine Aloe Vera Seiten bei einem Linktausch Programm anmelde. Ich habe mir aber sagen lassen, dass von dort eh nur Tauschangebote von Poker, Games oder irgendwelchen unseriösen Striptease Seiten Links angeboten werden, die mit meinem Inhalt rein garnichts zu tun haben.


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