Das OPD (auch bekannt als DMOZ) ist ein Webkatalog. Es ist aber nicht nur irgendein Webkatalog, sondern der Katalog. Jeder Mensch, der sich mit Suchmaschinen-Optimierung beschäftigt hat, ist erpicht darauf in dieses erlesenen Webverzeichnis aufgenommen zu werden.
Webkataloge sind – anders als richtige Suchmaschinen – von menschlichen Redakteuren geprüfte Links. Eine Website muss also Richtlinien und gewissen Qualitätsmerkmalen genügen, um von den Redakteuren zur Aufnahme in den Katalog genehmigt zu werden. Aus irgendwelchen Gründen hat sich eine ganz besondere Beziehung zwischen Google und dem ODP entwickelt. Google bietet zum einen eine eigene Suchmaske für das ODP an (Google Directory), zum anderen erhöht Google das Ranking für Links, die im DMOZ gelistet sind. Aber auch andere Suchmaschinen bedienen sich aus dem Datenbestand des ODPs. Es ist also durchaus erstrebenswert, ins DMOZ aufgenommen zu werden, da man sich dadurch einen Auftrieb bei Google und anderen Sumas erhoffen kann.
In letzter Zeit wird aber unter den SEOs auch starke Kritik am ODP laut. Bei den meisten Website-Besitzern bleibt der Aufschwung bei Google mittlerweile aus. Einige gehen daher davon aus, dass das DMOZ bei Google an Bedeutung verloren und es stellt sich damit die Frage, ob es noch Sinn hat, sich um eine Aufnahme im ODP zu bemühen. Dazu sollte man sich zunächst einmal die Kritikpunkte am ODP vor Augen halten:
Lange Wartezeit
Es ist keine Seltenheit, dass vom Einreichen bis zur Aufnahme des Links, weit mehr als 6 Monate verstreichen.
Manche Kategorien haben keine bzw. zu wenig Editoren oder die Editoren sind sehr beschäftigt. Dadurch kommen auch die ennormen Wartezeiten in einigen Kategorien zustande. Innerhalb des ODPs gibt es dadurch auch starke Schwankungen: während man in manchen Kategorien innerhalb weniger Tage aufgenommen wird, liegen in anderen Kategorien die Seiten brach, bis sie vielleicht irgendwann mal von einem Editor geprüft werden.
Da sich mittlerweile rumgesprochen hat, welche Auswirkungen eine Aufnahme im ODP auf die Suchmaschinen-Platzierung hat, gibt es auch viele Leute, die zu penetranten Methoden greifen. So werden Links in mehreren Kategorien angemeldet oder mehrfach eingereiht. Der Missbrauch des DMOZ’ behindert die Editoren nur unnötig und geht zu Lasten der anderen Website-Autoren.
Das ODP ist vielerlei Hinsicht sehr undurchsichtig. Einige Linkvorschläge werden scheinbar willkürlich abgelehnt, auch wenn sie den Richtlinien entsprechen. Es ist nicht ersichtlich, wie lang die Aufnahmezeit ungefähr wird, oder ob eine Kategorie verwaist ist. Leider gibt es auch keine Möglichkeit, den Status eines Vorschlags einzusehen, so dass man nicht mal weiß, ob ein Link abgelehnt wurde oder noch in der Warteschlange ist. Die einzige Möglichkeit den Status eines Linkvorschlags zu erfahren, ist eine Nachfrage im ODP-Forum (was aber auf Dauer unpraktikabel ist).
Es wird auch von manchen das Gerücht kolportiert, die DMOZ-Editoren seien „korrupt“. Die Aufnahme von Linkvorschlägen ließe sich daher erheblich forcieren, indem man sich die Aufnahme schlicht und einfach erkauft (das ODP ist allerdings ein freier Katalog!).
Ein schwerwiegender Vorwurf ist auch, dass einige Kategorien von Editoren besetzt sind, die selbst eine Firma haben und Konkurrenzseiten aus Eigennutz strikt die Aufnahme verweigert.
Die Hauptseite von ODP hat einen PageRank™ von 9. In den Unterkategorien, in den man gelistet wird, ist der PageRank allerdings weitaus geringer.
Das ODP hat nicht die Monopolstellung, wie es auf den ersten Blick zum Anschein hat. Es gibt auch ein paar weitere Kataloge mit hohem PageRank (7 oder 8), mit denen sich das ODP durchaus kompensieren lässt. Dazu gibt es auch noch kleine Webkataloge wie Sand am Meer, welche allerdings allerdings das Ranking kaum verbessern.
Das DMOZ generiert kaum echte Besucher. Internet-Verzeichnisse sind zwar eigentlich für Menschen gedacht, um die Suche nach qualitativ hochwertigen themenspezifischen Links zu erleichtern, aber außerhalb der Suchmaschinen-Optimierung spielt das DMOZ kaum eine Rolle.
Das DMOZ scheint bei Google nur noch einen untergeordneten Faktor für das Ranking zu spielen.
Ich würde sagen, dass es weiterhin obligatorisch ist, seine Website zur Aufnahme ins ODP vorzuschlagen. Wenn es dann zu einer Aufnahme kommt, ist es gut, ansonsten sollte man eine Aufnahme aber nicht mit aller Macht durchsetzen und sich lieber auf andere Webkataloge konzentrieren sollte.