Glossar: Quirks-Modus (Langsamer als Fullstandard-Modus?)

-- 18.August 2005 (#21)

Der Quirks-Modus ist ein „Fallback“ für moderne Browser, wenn kein DTD angegeben ist oder der DTD unvollständig ist.

Beispiele für DTD-Angaben (im Dokumentkopf zu finden):

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN" "http://www.w3.org/TR/html4/strict.dtd">

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/html4/loose.dtd">

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Frameset//EN" "http://www.w3.org/TR/html4/frameset.dtd">

<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">

<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd">

<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Frameset//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-frameset.dtd">


Moderne Browser (Konqueror, Mozilla/Firefox, Opera, Safari, Internet Explorer…) versuchen sich heutzutage weitestgehend an die W3C-Standards zu halten. Ältere Browsergenerationen hingegen haben diverse Bugs und die alten Netscape- und IE-Versionen haben während des Browserkrieges eine Reihe von proprietären Eigenarten (quirks) entwickelt.

Auch heute gibt es noch einige Seiten, die während der HTML-Wirren der 90er-Jahre erstellt wurden und seitdem nicht mehr saniert wurden.
Der zweite Punkt ist, dass die Einhaltung der W3C-Standards bei vielen (Hobby-)Webmastern leider noch nicht zum guten Ton gehört und auch heute noch viel zu viele Seiten nach den veralteten Standards der letzten Dekade zusammengebastelt werden. Laut heise.de gibt es nur eine deutliche Minorität von 3,9% validen Websites im deutschen Internetraum (Stand: 30.03.2005).

Um weiterhin solche Seiten richtig darzustellen, haben Browser einen „Fallback“, den Quirks-Modus, der Rückwärtskompatibilität bzw. Abwärtskompatibilität sicherstellt. Der Quirks-Modus ist wesentlich fehlertoleranter als der moderne Full-Standard-Modus (ehemals auch als Strict Mode bezeichnet) und imitiert das Verhalten bei der HTML-Darstellung von veralteten Browsergenerationen. Fehler aus der Vergangenheit werden im Quirks-Modus simuliert (respektive emuliert).

Die Browser imitieren im Quirks-Modus folgende Browser:
Opera ≈ IE-Modus
Internet Explorer 6 ≈ Internet Explorer 5
Mozilla ≈ Netscape 4.x

Mich persönlich interessiert in diesem Zusammenhang besonders, ob die Browser im Quirks Mode die Seiten langsamer rendern, als im Full Standard Mode. Das Wort emulieren lässt zumindest stark die Vermutung aufkommen, dass die Geschwindigkeit beim HTML-Rendering empfindlich abgebremst wird, da Emulationen den immanenten Ruf haben, recht langsam im Vergleich zu nativen Versionen zu sein.
Ich habe lediglich vereinzelte Meinungen im Internet gefunden, dass der Quirks-Modus als subjektiv langsamer empfunden wird oder dass der Mozilla im Quirks-Modus gar bis zu 3 mal langsamser sei.
Daraufhin habe ich einmal meine eigene Seite unter beiden Modi getestet, konnte allerdings keinen signifikanten Unterschied feststellen.
Die einzige glaubwürdige Quelle, die die Geschwindigkeits-Theorie zumindest für den Mozilla glaubwürdig erscheinen lässt, ist eine Aussage von Doron Rosenberg (Staff Software Engineer bei IBM) in dem Artikel „Migrate apps from Internet Explorer to Mozilla“:

Note that due to these quirks, pages will render slower than if they were fully standards-compliant.